Eine Software namens Elster verrät, wie es um dieses Land steht. Elster stammt vom Finanzamt. Man kann damit auf elektronischem Weg seine Steuererklärung abgeben.

Man könnte.

Ich bin daran gerade gescheitert. Dabei ist eigentlich alles so einfach: Man klickt sich bloß durch das Elster-Portal, das Elster-Forum und andere Elster-Seiten im Internet, klärt, ob der eigene Rechner dafür geeignet ist oder ob man ein neues Windows braucht oder Java oder eine Signaturkarte – und was das alles bedeutet. Schon darf man seine Zugangscodes bestellen, ein elektronisches Zertifikat erzeugen, Abrufcodes anfordern, zwischendurch immer wieder ein paar Tage auf die Post warten – um am Ende festzustellen, dass irgendwas mit dem Zertifikat nicht stimmt oder mit der PIN oder mit dem Elster-Passwort. So sieht’s jedenfalls aus, wenn man’s nicht draufhat.

An der Software kann das natürlich nicht liegen. Bin ich einfach zu doof? Es ist noch viel schlimmer. Eine repräsentative Umfrage auf dem Flur der ZEIT-Wirtschaftsredaktion ergab: Keiner hier benutzt Elster, keiner versteht, damit umzugehen. Alles studierte Leute. Das zeigt, wie schlimm es um die Bildung in Deutschland wirklich bestellt ist. Das Niveau ist erschreckend. Wenn es so weitergeht, müssen wir wirklich irgendwann die Steuererklärung auf dem Bierdeckel einführen – für Deppen wie uns hier.