"Und sie gaben uns fünf große Säcke voller Fisch", sagt Macfadyen. "Da waren gute, große Fische aller Art darunter. Einige waren frisch, andere hatten offenbar längere Zeit über in der Sonne gelegen."

"Wir erklärten ihnen, dass wir unmöglich den ganzen Fisch gebrauchen konnten. Wir waren nur zu zweit und hatten auch keine Möglichkeit, so viel zu verstauen und zu lagern. Sie zuckten mit den Achseln und meinten, wir sollten den Rest einfach über Bord werfen. Das hätten sie ohnehin damit gemacht, verrieten sie uns", erinnert sich der Sportsegler. "Sie erzählten uns, dass dies nur ein kleiner Teil ihres täglichen Beifangs war. Sie interessierten sich ausschließlich für Thunfisch, alles andere war für sie wertlos, es wurde alles getötet und wieder über Bord geworfen. Sie fuhren einfach mit ihren Schleppnetzen das Riff entlang, bis dort nichts Lebendiges mehr übrig war."

Macfadyen zerriss es das Herz, sagt er. Denn er wusste, dies war nur ein Fangschiff von wer weiß wie vielen, die hinter dem Horizont ihrer Arbeit nachgingen. Viele arbeiteten dabei auf die gleiche Weise, und Macfadyen dachte sich: Kein Wunder, dass das Meer tot ist, kein Wunder, dass ich mit meinen Köderleinen nichts fange. Da war nichts mehr.

Es wurde noch schlimmer. Der zweite Abschnitt der langen Reise führte Macfadyen vom japanischen Osaka nach San Francisco, und für die meiste Zeit dieser Überfahrt, sagt er, empfand er ein Gefühl von Trostlosigkeit, gepaart mit Ekel, Entsetzen und Furcht. "Nachdem wir Japan verlassen hatten, beschlich uns ein Gefühl, als wäre der Ozean selbst tot", sagt er. "Wir begegneten kaum mehr einem Lebewesen. Einmal sahen wir einen Wal, wie er sich hilflos auf der Wasseroberfläche drehte, mit etwas, was aussah wie ein riesiges Geschwür auf dem Kopf. Es war wirklich entsetzlich." Und weiter: "Ich bin in meinem Leben viel auf dem Ozean unterwegs gewesen und war es gewohnt, Schildkröten, Delfine, Haie und große Vogelschwärme beim Fressen zu beobachten. Aber dieses Mal gab es auf 3.000 Seemeilen praktisch nichts Lebendiges zu sehen."

Anstelle des fehlenden Lebens sah Macfadyen Müll in einer ganz erstaunlichen Menge. "Ein Teil davon waren offenbar Hinterlassenschaften des Tsunamis, der Japan einige Jahre zuvor getroffen hatte. Die Welle war über das Land gerollt und hatte eine unglaubliche Menge Material mit aufs Meer hinausgerissen. Dort draußen treibt es noch immer, wohin man schaut." Er sah unter anderem Hunderte hölzerner Strommasten auf dem Ozean schwimmen. Abgerissen von der Killerwelle, hätten sie auf hoher See noch immer ihre Leitungen hinter sich hergezogen, sagt Ivan Macfadyen.

Ivans Bruder Glenn, der in Hawaii für die Fahrt in die Vereinigten Staaten zustieg, staunte über Tausende und Abertausende gelber Plastikbojen, ein riesiges Gewirr synthetischer Seile, Angelschnüre und Netze. Millionen von Styroporteilen. Und überall sahen sie Schlieren aus Öl und Benzin.

"Wenn du in den vergangenen Jahren in eine Flaute gerietest, startetest du einfach deinen Motor", sagt Macfadyen. Nicht dieses Mal. "An vielen Stellen trauten wir uns nicht, unseren Motor anzulassen, aus Angst, die Schiffsschraube könnte sich in dem Gewirr aus Seilen und Kabeln verfangen. So etwas hatten wir weit draußen auf dem Ozean bisher noch nie erlebt."

Mehr noch, unter der Oberfläche sah es oftmals nicht besser aus. "Vom Bug aus konnte man in den Gewässern vor Hawaii geradewegs bis in die Tiefe schauen. Ich sah, dass der Müll nicht nur an der Oberfläche trieb, er reichte bis ganz hinunter. Es gab Teile in jeglicher Größe, von einer Flasche bis hin zu Stücken von der Größe eines Autos oder Lastwagens."

Plastik war allgegenwärtig. Flaschen, Tüten und jede nur vorstellbare Art von weggeworfenen Haushaltsgegenständen, von kaputten Stühlen über Kehrschaufeln zu Spielsachen und sonstigen Gebrauchsgegenständen.

"Wir sahen den Schornstein einer Fabrik aus dem Wasser ragen, mit einer Art Boiler, der unter der Wasseroberfläche noch immer daran befestigt war. Wir sahen auch etwas Großes, Containerartiges, das von den Wellen wieder und wieder herumgewälzt wurde."