Wozu ein russisches Gefängnis doch gut sein kann! Maxim Dlugy jedenfalls nutzte dort die Zeit zum Studium der Königsindischen Verteidigung, aber auch zum Nachdenken darüber, was ihm wirklich wichtig war. Wie er in New in Chess schreibt, war sein Leben bis dahin im Sauseschritt an ihm vorbeigezogen.

1985 wurde er Juniorenweltmeister, 1986 Internationaler Großmeister. Er war einer der besten Schachspieler der USA und einer der besten Blitzschachspieler der Welt, der sich im Internet die Nächte damit um die Ohren schlug, während in seinem Tagesjob als Devisenhändler in New York ebenfalls Geschwindigkeit Trumpf war. Doch dann zog es ihn in das Land seiner Herkunft Russland zurück, wo er 2005 acht Monate aufgrund falscher Anschuldigungen in Untersuchungshaft verbrachte – die die er mit der Erkenntnis verließ, ein Künstler werden zu wollen. Und da Blitzentscheidungen aus dem Bauch schon immer sein "Ding" waren, begann er auch so zu malen, mit "maximaler Geschwindigkeit die Impulse von oben", sprich aus dem Unbewussten, aufzunehmen und auf die Leinwand zu bringen.

Einmal von der Muse geküsst, war gleich seine erste Ausstellung 2012 in der weltberühmten Tretjakow-Galerie in Moskau, wo auch der WM-Kampf Anand-Gelfand stattfand – eine glückliche Koinzidenz.

Mit welcher Kombination gewann er 1995 in New York als Schwarzer gegen Ilan Kreitner?

Lösung aus Nr. 17:

Wie kann sich Schwarz am Zug in schier hoffnungsloser Lage noch ins Remis retten? Mit dem überraschenden Turmopfer 1...Txg6! , weil nach 2.Txg6 der schwarze König patt ist: Er kann nicht mehr ziehen, ohne dass er im Schach stünde. Auch das Bauernendspiel nach 2.Td1 Tg3+ 3.Td3 Txd3+ 4.Kxd3 endet bei richtigem Spiel remis