Jazzbands nehmen es locker mit Friseursalons auf, was die bisweilen haarige Namensgebung angeht. In der Fabrik gastierte gerade eine Schweizer Formation, die nannte sich "Hildegard lernt fliegen" (und hörte sich auch so an). Zum Elbjazz Festival kommt am Sonnabend, dem 24. Mai, eine dänische Gruppe, bei der es mehr ums Mitfliegen geht: Girls In Airports.

Was tun Mädchen auf Flughäfen? Hüpfen sie mit Zöpfchen, um sich die Wartezeit am Gate zu vertreiben? Welche Art von Musik kommt aus ihren Ohrstöpseln? Jazz-Röckchen?

Kaikoura, die aktuelle Platte der fünf Jungs aus Kopenhagen, lässt allen Spott verstummen. Hier hüpft nichts, und hier ist auch nichts possierlich. Melodisch driftender Jazz im Geiste des Groove, mehr von Ambient und Trance beflügelt als von der Bluestradition, sanft abhebend und nie im Seichten landend. An den Triebwerken: zwei Saxophone, viel und feine Perkussion, E-Piano.

Sehr interessant, sehr gut, sehr neu. Für den Namen kann die Musik ja nichts.

Auf elbjazz.de werden alle 50 Bands vorgestellt, die am 23. und 24. Mai rund um den Hafen auftreten. Von vielen gibt es Videos, die einen Eindruck ihrer Kunst vermitteln. Wir finden auch den schwedischen Sternchenpopjazz von Wintergatan interessant oder den finnischen Soul-Saxofonisten  Timo Lassy