Was bringt ein PJ außerhalb Deutschlands?

40 Prozent aller Medizinstudenten gehen während ihres Studiums ins Ausland – das sind zehn Prozent mehr als durchschnittlich in anderen Fächern. Gerade im Praktischen Jahr können angehende Ärzte anderswo Erfahrungen sammeln, die sie an einer deutschen Klinik nicht bekommen.

Wie viel vom PJ sollte ich im Ausland machen?

Das PJ besteht aus drei Teilen: 16 Wochen Chirurgie, 16 Wochen Innere Medizin, dazu kommt noch ein Wahlfach. Wer später hierzulande arbeiten will, sollte zumindest eines der drei Fächer an einer deutschen Klinik absolvieren. Außerdem sollte er darauf achten, gerade im Fach Innere Medizin möglichst breit ausgebildet zu werden und nicht nur Tropenkrankheiten zu behandeln. Völlig frei sind Studenten in ihrer Wahl ohnehin nicht immer: An manchen Unis zum Beispiel darf man nur maximal zwei Drittel seiner Ausbildung im Ausland absolvieren.

Welches Land passt zu mir?

Wer mit hochentwickelten Geräten arbeiten möchte, sollte in die USA gehen. Wer lernen will, auch mit einfachen Mitteln viele Patienten zu behandeln, sollte sich in einem Entwicklungsland ausbilden lassen. Besonders gute Betreuung finden PJler in den angelsächsischen Ländern. Zudem kann man im PJ leichter erste Kontakte knüpfen, wenn man später als Arzt im Ausland arbeiten will.

Kostet das eigentlich was?

In Ländern wie den USA, Australien oder Neuseeland muss man Studiengebühren bezahlen, je nach Uni mehrere Hundert Euro im Monat. Innerhalb Europas gibt es dafür Förderung aus dem Erasmus-Programm, außerhalb Europas bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst das Promos-Programm an. Gleichzeitig gibt es auch Krankenhäuser, die das PJ vergüten. In der Schweiz zum Beispiel bekommt man durchschnittlich 790 Euro monatlich, zeigt eine Umfrage des Internetportals Via medici.

Was muss ich vorher klären?

Ob der Aufenthalt im Ausland anerkannt wird, entscheidet das Landesprüfungsamt des jeweiligen Bundeslandes. Es ist daher die erste und wichtigste Anlaufstelle. Fast alle Prüfungsämter führen auf ihrer Internetseite eine Liste mit anerkannten Ländern und Adressen oder Links zu Kliniken. Dort lassen sich auch alle Formulare herunterladen, die später eingereicht werden müssen.

Wie und wo bewerbe ich mich?

In der Schweiz: meist direkt bei der Klinik. In den meisten anderen Ländern: bei der Universität. Beim International Office kann man nachfragen, wer genau für das PJ zuständig ist. Möglicherweise hat auch die eigene Hochschule bereits Partnerschaften mit ausländischen Unis. Bewerben muss man sich in der Landessprache. Dafür braucht man das Zeugnis vom Physikum, eine Immatrikulationsbescheinigung und den Lebenslauf.

Wo finde ich weitere Informationen?

Auf der Seite www.pj-ranking.de berichten Studenten, wo sie ihr PJ verbracht haben und was sie dabei gelernt haben. Der Marburger Bund sowie das Ärztefinanzzentrum Berlin-Brandenburg halten Vorträge zum Auslands-PJ in verschiedenen Uni-Städten.