Ein Eckpfeiler der Hochschullandschaft – das sind die Fachhochschulen 43 Jahre nach ihrer Gründung. Mehr noch: Mit einem Drittel der über 2,5 Millionen Studierenden hierzulande sind sie ein Schwergewicht, mit rund 150 Standorten außerhalb der Metropolen sind sie deutschlandweit präsent. Die meisten bezeichnen sich inzwischen als Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und bringen damit unmissverständlich zum Ausdruck, wofür sie stehen: für ein breites Fächerspektrum und für angewandte Forschung. Nur von den 27.000 Promotionen, die jährlich in Deutschland abgeschlossen werden, fällt ein verschwindend geringer Prozentsatz auf die FHs. Dabei stehen forschungsstarke Fachhochschulen den Universitäten in nichts nach:

1. FHs werben erfolgreich Drittmittel ein

Das Einwerben von Drittmitteln gilt als ein wichtiges Kriterium für Exzellenz. Wer Unis und Fachhochschulen in dieser Disziplin vergleicht, muss das aber sauber tun. Die Menge der eingeworbenen Drittmittel pro Professor allein ist noch kein Maß für Effizienz – berücksichtigt werden muss das dafür zur Verfügung stehende Deputat. Das beträgt an den Unis neun Semesterwochenstunden, an den FHs lediglich eine halbe. Hätten die FH-Professoren dieselbe Zeit zur Einwerbung von Drittmitteln wie ihre Uni-Kollegen, ergäbe sich ein komplett anderes Bild. Die FHs lägen dann 2011 mit 460.000 Euro deutlich höher als die Unis mit 232.000 Euro!

2. FHs können gut Doktoranden betreuen

Mit 24 Prozent ist der Anteil externer Promotionen schon jetzt sehr hoch. Auch das Betreuungsverhältnis in den Ingenieurwissenschaften ist mit 15 : 1 auf Dauer nicht haltbar. Und der Bedarf an promovierten Ingenieuren steigt! Vor diesem Hintergrund ist es nahezu ausgeschlossen, die Betreuung mit den vom Wissenschaftsrat 2011 geforderten Qualitätsstandards allein durch die Unis sicherzustellen. Ganz abgesehen davon, dass viele Promotionsordnungen der Unis FH-Absolventen nach wie vor keinen barrierefreien Zugang ermöglichen. Die Folge ist, dass den Fachhochschulen und der Wissenschaft insgesamt der Nachwuchs verloren geht.

3. FHs stärken die Regionen

Für die gesellschaftliche Entwicklung sind die Regionen wichtige Motoren. So heißt es nicht nur in den Wirtschaftsministerien der Länder, sondern auch bei Horizont 2020, dem größten europäischen Forschungsprogramm aller Zeiten, das gerade mit Mitteln von über 80 Milliarden Euro gestartet ist. In vielen Regionen Deutschlands sind global agierende mittelständische Hightechunternehmen angesiedelt. Sie sind das Rückgrat der Volkswirtschaft. Für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen sind die regionalen FH-Standorte mit ihren Forschungseinrichtungen wichtige Stützen. Über 60 Prozent der Ingenieurwissenschaftsstudenten sind an FHs eingeschrieben, damit leisten diese schon jetzt einen überragenden Beitrag zur Sicherung hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte. Das Promotionsrecht sichert deren Qualifizierung.