Ob eine Generation vom Wirtschaftswachstum ihres Landes profitiert, erklärt sich in Spanien, Frankreich und Italien ganz maßgeblich dadurch, wie hoch die Arbeitslosenquote einer Generation war, als sie zum ersten Mal auf den Arbeitsmarkt kam.

Noch entscheidender ist die Frage der Investitionen. Je mehr Unternehmen und Staaten investieren, während eine neue Generation auf den Arbeitsmarkt kommt, desto größer ist in Südeuropa die Chance auf höhere Einkommen. In anderen Ländern gibt es diesen Zusammenhang nicht. Hier leiden alle Generationen unter hoher Arbeitslosigkeit oder niedrigen Investitionen, nicht nur diejenigen, die gerade auf den Arbeitsmarkt kommen.

Lediglich südeuropäische Länder schützen alteingesessene Arbeitnehmer somit so sehr, dass für neue Generationen nur in guten Zeiten Platz auf dem Arbeitsmarkt ist. Denn wer dort einmal einen festen Job hat, kann diesen meist ein Leben lang behalten. Wer in wirtschaftlichen Aufwärtsphasen auf den Arbeitsmarkt kommt, für den werden gute Stellen frei, und er wird schnell unkündbar. Den Preis dafür müssen all jene Generationen tragen, die in wirtschaftlich schlechten Zeiten mit der Arbeit beginnen. Wirtschaftskrisen sind möglicherweise unvermeidbar, doch die Art des Wirtschaftssystems und des Wohlfahrtsstaates entscheidet darüber, ob nur die Generation darunter leidet, die während der Krise auf den Arbeitsmarkt drängt.

Aus diesem Problem gibt es zwei Auswege. In englischsprachigen Ländern ist keine Generation gegenüber einer anderen aufgrund wohlfahrtsstaatlicher Leistungen oder Kündigungsregeln bevorteilt – es gibt sie ohnehin kaum. Skandinavische Länder bieten dahingegen allen Generationen einen hohen Schutz, nicht lediglich den Arbeitnehmern, die schon lange eine feste Stelle haben. Wenn Frankreich, Spanien und Italien eine verlorene Generation vermeiden wollen, müssen sie sich für einen der beiden Wege entscheiden.