In einer Nacht im Mai vor einem Jahr liegt Laura* auf ihrem Bett. Eine Hand hat sie zwischen den Beinen, in der anderen hält sie ihr Smartphone. Sie ist 14 und filmt sich beim Masturbieren. Es ist kurz vor Mitternacht, Lauras Mutter, der Stiefvater und die kleine Schwester schlafen schon. An der Wand kann Laura ihre Handabdrücke sehen in Blau, Rot und Weiß – ein Kinderspaß, ein Kinderzimmer. Zwanzig Sekunden lang läuft die Aufnahme. Über WhatsApp schickt Laura das Video dem Jungen, der sie darum gebeten hat. Dann löscht sie den Clip. Knapp zwei Wochen später kennt ihre Klasse das Video, einen Tag darauf die Parallelklasse, schließlich die ganze Schule einer norddeutschen Großstadt.

Ein paar Monate danach hockt Laura auf dem roten Sofa der Familie, die Schwester wurde hinausgeschickt. Sie ist elf und weiß nichts von dem Video, sie ahnt nur etwas. Die Mutter und der Stiefvater sitzen neben Laura. Eine aufgeräumte Wohnung mit weißen Wänden und Laminatboden, im Regal steht der Brockhaus, ganz neu. Durch die Balkonfenster blickt man auf die Felder am Stadtrand. Laura hat glatte braune Haare, die ihr bis über die Schultern reichen. Ihre Augen hat sie mit schwarzem Kajal umrandet, die Wangen sind rund. Das Gesicht: nicht mehr Mädchen, noch nicht Frau. Laura sitzt auf ihren Händen. Ihren richtigen Namen will sie auf keinen Fall in der Zeitung lesen, auch nicht den ihrer Eltern, der Schule oder der Stadt, in der sie lebt. Zu peinlich ist ihr das Thema. Laura kämpft um ihren Ruf.

Den Jungen, dem sie das Video schickte, hat sie ein paarmal auf Skype und Facebook getroffen, leibhaftig hat sie ihn bis heute nicht gesehen. Er wohnt in einem anderen Bundesland. Er war der Kumpel von Leo, mit dem Laura damals eigentlich zusammen war. Eines Tages in jenem Mai fragte der Kumpel sie über WhatsApp: "Soll ich dir mal was zeigen?" – "Ja, klar!", antwortete Laura. Er schickte ein Video. "Da war sein Ding drauf", sagt Laura. Sie kann nicht aussprechen, dass er sich selbst befriedigte. Sie nickt nur, wenn man sie danach fragt. Der Junge meinte, Laura könne auch mal so etwas schicken. Er würde es nicht weitergeben. Laura sagt, dass sie das irgendwie seltsam fand, aber auch spannend. Und: "Er war total nett." Also liegt sie eine Nacht später auf ihrem Bett. Ihre Mutter wirft ein: "Früher hieß es: Ich zeige dir meine Plattensammlung." Sie lacht kurz auf. Früher blieb das, was auf den Satz mit der Plattensammlung folgte, meist privat.

Lauras Mutter, 41, trägt ihre braunen Haare kurz geschnitten. Sie arbeitet in einem Konzern und ist dort für den Schutz der Kundendaten verantwortlich. Sie hat Laura erklärt, warum sie keine Bilder von sich ins Netz stellen sollte und dass sie auch auf Facebook keine Fotos ihres Neffen posten dürfe, ohne die Tante um Erlaubnis zu bitten. Die Mutter hat mit Laura über den Schutz der Privatsphäre geredet und ihr eine Prepaid-Karte fürs Handy gekauft, ohne Flatrate. "Sie muss nicht an der Bushaltestelle ins Internet."

Lauras Mutter und ihr Mann sind Facebook-Gegner, weil da nichts mehr privat ist. Sie blickt ihre Tochter von der Seite an, fragt: "Du liest doch vorher die AGBs durch, bevor du Software auf deinem Computer installierst?" Laura schaut irritiert. "Laura, das ist wichtig, oh Gott!" Die Mutter sagt: "Die Jüngeren haben eine andere Sichtweise auf die Sicherheit im Netz." Anscheinend kann man vieles richtig machen, und doch hilft es nichts.

Wie kann man Sexualität entdecken, wenn alle dabei zusehen?

Der Junge schickt Lauras Video an ihren damaligen Freund Leo. Leo geht in Lauras Parallelklasse, er verbreitet das Video an der Schule. Jeder schickt es jedem. Stille Post der Gegenwart.

"Ich wollte nie, dass jemand außer diesem Jungen was davon mitbekommt", sagt Laura heute.

Lauras Video wirkt in ihrer Klasse, in ihrer Schule, in ihrer Familie wie ein Erdbeben, es zieht Kreise. Seitdem bemüht sich Lauras Familie, zu verstehen, was ihr geschehen ist.

Wie verläuft eine Jugend, eine Pubertät in einer Zeit, in der fast nichts mehr intim bleibt, in der fast alles geteilt wird? Wie kann man Sexualität entdecken, wenn alle dabei zusehen? Wird eine Art digitaler Exhibitionismus gefördert durch die pausenlose Zurschaustellung von allem und jedem? Davor warnt der Berliner Philosoph Byung-Chul Han in seinem Buch Transparenzgesellschaft. Er schreibt, alle diskreten Rückzugsräume würden im Namen der Transparenz beseitigt. "Die Welt wird dadurch schamloser und nackter."

In der Transparenzgesellschaft ist alles nach außen gekehrt, enthüllt, entkleidet und exponiert. Jeder stellt sich selbst aus und bekommt dafür: Aufmerksamkeit. Die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verwischen. Vielleicht sind sie gerade für Teenager kaum noch zu erkennen. Zygmunt Bauman, einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart, schreibt: "Alles Private spielt sich heute potentiell in der Öffentlichkeit ab und ist damit potentiell für den Konsum durch diese verfügbar; und bleibt auch weiterhin verfügbar, bis zum Ende der Zeit."

Es bleibt die Frage, wie der Einzelne die Entblößung übersteht.

Lauras Video fällt unter den Begriff "Sexting", eine Wortkreation aus Sex und dem englischen texting, so heißen erotische SMS und Selbstaufnahmen, die per Handy verschickt werden. Viele Paare halten damit ihre Beziehungen spannend. Kriminell wird Sexting erst, wenn die Aufnahmen gegen den Willen der Protagonisten entstehen oder verbreitet werden. Wie im Fall der zwölfjährigen Amanda Todd aus Kanada, die 2009 ihren nackten Oberkörper einem Fremden vor einer Webcam präsentierte. Der Mann veröffentlichte den Film im Netz, und so gelangte er auch an Amandas Schule. Amanda wurde daraufhin furchtbar gemobbt. 2012 nahm sie sich das Leben. Im Mai dieses Jahres kam der erste große Schweizer Sexting-Fall vor Gericht. Ein Mann hatte von einem 15-jährigen Mädchen 700 Nacktfotos und 100 Videoaufnahmen erpresst und es zum Sex gezwungen. Er wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. In Deutschland wandten sich im vergangenen Jahr fünf Schulleiter aus Cloppenburg mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit. Sie warnten die Eltern, dass immer häufiger Schüler, darunter 13-, 14-jährige Mädchen, Nacktbilder von sich übers Handy verschickten.

Sexting ist ein relativ junges Phänomen, es gibt bisher nur wenige Studien zum Thema. Nach einer jüngeren Umfrage des Bündnisses gegen Cybermobbing, eines Netzwerks aus Eltern, Pädagogen, Juristen und Medizinern, haben mehr als die Hälfte der Lehrer schon Fälle von Cybermobbing miterlebt. Jeder sechste Schüler wurde bereits einmal Opfer. In 15 Prozent dieser Fälle wurden dabei Fotos oder Filme "mit peinlichem oder unangenehmem Inhalt" veröffentlicht. Anscheinend ist es ein Phänomen, das in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommt.

In der Klasse mag niemand mehr in ihrer Nähe sitzen

Laura weiß das Datum genau: Es ist der 11. Juni 2013, ein Dienstag, die vorletzte Woche vor den Sommerferien. Als sie in die Schule kommt, warten auf dem Flur schon zwei Klassenkameradinnen. Sie fragen Laura nach einem Mädchen der Stadt, das schon ähnliche Videos von sich aufgenommen hat. "Und du hast so was auch gemacht?" Laura streitet alles ab. In der Hofpause sieht sie, wie die Mitschülerinnen sich über ihre Smartphones beugen. Laura wird übel, sie lässt sich nach Hause schicken.

"Sie schlich um mich herum", erinnert sich die Mutter heute im Wohnzimmer. Laura will allein mit ihr reden, ohne den Stiefvater. Irgendwann bricht es aus Laura heraus: "Ich habe Mist gebaut." Die Mutter sagt, sie habe erst nach und nach aus Laura "herausgepult", was tatsächlich geschehen sei. Zu Beginn erzählt Laura nur von Nacktbildern, nach einer Woche offenbart sie, dass sie ein Video versendet hat. Gibt es Peinlicheres, als in der Pubertät mit seinen Eltern über Sex zu reden, schlimmer noch: über Sex, der außer Kontrolle geraten ist?

Im Wohnzimmer schaut Laura ihre Mutter an: "Du bist gar nicht ausgetickt." Ihre Mutter war mit dem Gedanken beschäftigt, wie sie weiteren Schaden von der Tochter abwenden könnte. Am nächsten Tag schickt sie Laura wieder zur Schule. Auch am übernächsten. Die Mutter erklärt ihrer Tochter, da müsse sie jetzt durch.

Der Schulweg erscheint Laura ewig. In der Klasse mag niemand mehr in ihrer Nähe sitzen, auf dem Hof schauen alle auf sie. Laura wird von den anderen fotografiert, absichtlich angerempelt, ein Mädchen eröffnet eine WhatsApp-Gruppe, in der sie über Laura herziehen.

Die meisten Pausen verbringt Laura nun eingesperrt auf dem Klo, dort isst sie auch. Laura weint nicht, sie bricht auch nicht zusammen. Sie lächelt. Lächeln erscheint ihr besser als Heulen. Nackt ist sie schon, nur keine weitere Blöße geben. Ihre Mitschüler sagen: "Die läuft auch noch lachend herum."

Lauras Mutter ruft die Mutter von Leo an, dem Exfreund. Die weiß von nichts, am Telefon klingt sie erschrocken. Lauras Mutter fordert eine Entschuldigung von Leo – vor der Klasse und noch vor den großen Ferien.

Lauras Mutter hat das Video ihrer Tochter bis heute nicht gesehen, sie bringt es nicht über sich. Als sie und ihr Mann damals darüber nachdenken, Leo anzuzeigen, sagt der Stiefvater: Nun müsse er aber wissen, worum es gehe. "Es hat keinen Spaß gemacht", sagt er jetzt auf dem Sofa. Die Mutter verlässt das Zimmer. Sie flüchtet, wenn über den Inhalt des Films geredet wird. Laura sagt mit Mühe: "Es zeigt, wie ich unten was mache."

Die Mutter kehrt ins Wohnzimmer zurück. Sie fragt ihre Tochter: "Warum hast du es getan?" Laura schaut zu Boden, betrachtet ihre lila lackierten Fingernägel. "Ich wollte Aufmerksamkeit", sagt sie.

Vor dem Video lief es schon eine Weile nicht gut in der Schule. In Lauras Klasse gingen 18 Mädchen und ein Junge. Einmal briet Laura mit ihrer Mutter zusammen 25 Klopse, für einen Ausflug, 24 kamen wieder zurück. Die Mitschüler lehnten Laura ab. Es war nicht das erste Mal. "Ich war von Anfang an die Außenseiterin", sagt sie. Wenn sich Gruppen bildeten, blieb Laura stets allein. Es hieß immer: "Oh nee, kein’ Bock auf die!" Wenn die Lehrer sie lobten, wurde sie von den anderen noch mehr geschnitten. Ihre Mutter macht sich nun Vorwürfe, sie hätte es merken müssen. In der Grundschule wurde ihre Tochter immer "Schnatterinchen" genannt, weil sie so viel quatschte. In der siebten Klasse kam sie an die Gesamtschule, von nun an herrschte Stille. "Da hätte ich wach werden können", sagt die Mutter.

Laura wurde nicht geschlagen oder geschubst, das Mobbing war subtiler. Sobald sie sich näherte, sagten die anderen: "Du nervst!", oder kehrten ihr den Rücken zu. Wenn der einzige Junge der Klasse sich neben sie setzen wollte, griffen die anderen Mädchen ein: Wie könne er nur?! Über Facebook und WhatsApp kritisierten sie Lauras Klamotten, beleidigten sie. Laura mag sich nicht mehr an die genauen Worte erinnern. Einmal fragte sie ihre Mitschülerinnen: "Was habe ich euch getan?" Die falsche Frage, nun fühlten sich die anderen als Sieger. Lauras Mutter dachte, es gehe um Kleinigkeiten. Laura erzählte zu Hause fast nichts, sie dachte, sie kriege das hin. Und auch der Klassenlehrer konnte nicht helfen. "Der ist halt so ein Mann", sagt Laura.

Lauras Schule liegt eine Viertelstunde von ihrem Haus entfernt in einem Neubauviertel. Im Flur hängt die Schulordnung, unter Punkt vier steht: "Handys und iPods dürfen während des Unterrichts nur in den Taschen aufbewahrt werden. Die Benutzung ist verboten." Am Schwarzen Brett ein Aushang: Eine Mitarbeiterin der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt sucht noch Mitstreiter für eine AG, in der es darum gehen soll, wo Gewalt beginnt und was es so schwer macht, darüber zu reden. Die Schulleitung hat einem Gespräch mit Lauras Lehrer nur zugestimmt, wenn der Name der Schule und der Ort geheim bleiben. Auch sie fürchtet um ihren Ruf.

Sie drohten, ihren Facebook-Account zu hacken

Lauras Klassenlehrer wartet in der Umkleide der Turnhalle. Er ist 47, unterrichtet Sport und Geografie, sein Körper steckt in einem blauen Trainingsanzug. Aus der Halle dringen Rufe, Bälle prallen an die Wand. Vor zwei Jahren, in der Siebten, übernahm er Lauras Klasse. Sie kam ihm vor wie eine eingeschworene Gemeinschaft. Mit einer Ausnahme: Laura, die zum Beginn des Schuljahrs mit drei anderen von außen dazugekommen war. Der Lehrer sagt: "Die Klasse sitzt wie ein Block vor einem. Wenn sie an etwas interessiert ist, weiß ich nicht, woran." Er hat es aufgegeben, an seine Schüler heranzukommen.

Dass Laura in der Vergangenheit ausgegrenzt wurde, hat der Klassenlehrer nur am Rand wahrgenommen. Ja, er habe gesehen, dass Laura in den Pausen allein blieb, dass sie beim Sport nicht in die Mannschaft gewählt wurde, dass manchmal Beschimpfungen hin und her gingen. Er konnte es sich nicht erklären. Laura sei nett, begeisterungsfähig und auch nicht hässlich, "kein klassisches Opfer".

Über die Sozialen Netzwerke weiß der Lehrer wenig. Er ist nicht bei Facebook, er hat keine Ahnung, was seine Schüler dort treiben: "Wir als Lehrer kriegen davon so gut wie nichts mit." Auch von Lauras Video hätte er nichts erfahren, wenn eine Kollegin ihn nicht an jenem Tag im Juni darauf aufmerksam gemacht hätte, dass Laura traurig auf dem Hof sitze. Daraufhin sprach er Laura an. Sie sagte, sie sei gemobbt worden. Mehr nicht. Die anderen Mädchen aus der Klasse erzählten dem Lehrer schließlich von dem Video. Der Lehrer schweigt jetzt, aus der Turnhalle dringt laut Musik. Er versteht es nicht. "Das ist eine andere Generation. Früher bei der Volkszählung haben wir die Tür zugemacht. Heute machen sich alle nackig und fragen, was man noch sehen will."

Gleich am nächsten Tag redete der Lehrer damals mit Lauras Mutter und mit den beiden Mädchen, die das Video als Erste bekommen hatten. "Den Kindern ist das nicht bewusst, es ist einfach Standard, dass sie alles weiterschicken." Bis heute denkt er über Laura nach. Der Lehrer hat nicht den Eindruck, dass diese Geschichte sie sehr mitgenommen habe. "Andere Kinder wären total aufgelöst." Laura aber erhielt die Fassade aufrecht, die anderen fragten sich, ob sie die Aufmerksamkeit nicht auch ein wenig genieße. Vielleicht hat den Lehrer das am meisten irritiert. Mehr noch als die Tatsache, dass Lauras Exfreund Leo, der bald als Verbreiter des Videos feststand, eine Entschuldigung verweigerte.

Der Lehrer drohte Leo mit einem Tadel, mit einem Anruf zu Hause. Mehr könne die Schule nicht tun, sagt er. Er riet Lauras Mutter, Leo anzuzeigen. Und er bat die Schulsozialarbeiterin, mit den Schülern zu sprechen. "Für mich als Mann ist das schwer!"

Die Schulsozialarbeiterin empfängt im Stadtteilzentrum, sie arbeitet nur acht Stunden in der Woche an Lauras Schule. Nicht viel bei 566 Schülern. Sie ist 35, ihre Haare sind grellrot gefärbt, der Pony ist ganz kurz geschnitten. Sie erinnert sich gut an jenen Tag im vergangenen Juni. Zu viert saßen sie in ihrem Büro: sie, Laura und zwei Mädchen aus ihrer Klasse. Leo war nicht dabei, er wollte nicht mit der Sozialarbeiterin reden, sie wollte ihn nicht zwingen: "Wenn ich ihn zu einem Gespräch verdonnert hätte, was für eine Wirkung hätte das gehabt?"

Zaghaft, sich vorsichtig vorantastend, erinnert sich die Sozialarbeiterin, begann Laura damals zu sprechen. Die beiden Mädchen empörten sich und fielen über Laura her: "Wie kann man so was machen? Freiwillig!?" Sie sagten: "Laura hat keinen guten Stand in der Klasse." Es ging weniger um das Video und um die Tat, mehr um Laura, die Unbeliebte.

Keiner der Erwachsenen ist bei Facebook aktiv

"Mobbing hat es immer gegeben", sagt die Sozialarbeiterin, "jetzt kommt das Internet erschwerend hinzu." Es bietet eine neue Plattform, die das Mobbing potenziert. Das Netz wirkt wie ein Verstärker.

Den Mädchen erklärte die Sozialarbeiterin, dass sie mit der Verbreitung des Videos eine Straftat begangen und Persönlichkeitsrechte verletzt hätten. Die Mädchen schwiegen. Sprachlos für einen Augenblick. Im Informatikunterricht hatten sie einmal vom Schutz der Privatsphäre gehört, das war lange her. Die Sozialarbeiterin warb um Mitgefühl für Laura. Ihre Klassenkameradinnen sollten sich vorstellen, wie es Laura nun gehe. Die Mädchen finden, Laura sei selbst schuld daran, dass das Video überall herumgezeigt werde.

Es fällt auf, dass es in all den Gesprächen meist um Laura geht, selten um den Jungen, der sie aufforderte, das Video zu schicken, oder um Leo, der es verbreitete. Die Moral eines Mädchens scheint noch immer anders bewertet zu werden als die eines Jungen. Warum sind gerade die Mädchen so gnadenlos? Warum suchen sie die Schuld nur bei Laura? Vielleicht weil ihre Mitschülerin ihnen näher ist, als sie sich eingestehen mögen? Nicht nur Außenseiter sexten. Außenseiter sind durch Sexting bloß besonders verletzlich.

Auch während des Gesprächs mit der Sozialarbeiterin lächelte Laura immerzu. Aber anders als der Lehrer, anders als die Mitschüler war die Sozialarbeiterin von Lauras Lächeln beunruhigt. Sie machte sich Sorgen, dass sich Laura etwas antut, dass die Fassade bricht.

Das war vor den großen Ferien. Und es sollte noch lange nicht vorbei sein.

Laura und ihre Eltern sitzen auf dem Sofa, seit Stunden schon. Zwischendurch gibt es Kuchen. Die Eltern reden. Ab und zu sehen sie fragend zu Laura, dann erzählt auch sie in kurzen, hastigen Sätzen. Sie wollte das Gespräch, wie ihre Eltern, um anderen zu zeigen, wie man aus so einer Geschichte wieder herausfindet. Nun will Laura es rasch hinter sich bringen. Manchmal dringen Geräusche aus dem Flur, Lauras jüngere Schwester streicht vor der Tür herum, sie würde wirklich gern wissen, worum es geht.

Am 23. Juni 2013, dem ersten Sonntag der Ferien, zeigen Lauras Eltern Leo an. Zuvor hat Lauras Mutter noch einmal mit Leos Mutter telefoniert, eine Entschuldigung ist nicht zu erwarten. Passend zum Delikt, erstattet Lauras Mutter die Anzeige online. "Ich wollte diese Geschichte keinem Fremden erzählen", sagt sie.

Eine Anzeige im Netz hat etwas Unpersönliches. Fast ist es, als sei sie gar nicht da. Wer die Anzeige heute liest, bekommt den Eindruck, als habe Lauras Mutter sie unter Zeitdruck ausgefüllt. Sie zeigt nur Leo an und nicht den Jungen, der den Film von Laura zuerst bekam, den Inhalt des Videos umschreibt sie als "höchst privat", Leos Adresse ist unvollständig. Die Mutter vergisst, hinter dem Feld "Strafantrag" ein Häkchen zu machen. Danach wartet die Familie, dass die Polizei sich bei ihr meldet, sie befragt. Niemand kommt.

Auf dem Sofa hält Laura ihr weißes Smartphone fest umschlossen. Sie legt es kaum einmal weg. Die Mutter und der Stiefvater erzählen, wie ihre Tochter manchmal dasitzt, vertieft in den Laptop auf ihren Knien und in der Hand das Handy. In diesen Augenblicken fragt sie der Stiefvater: "Bist du überhaupt noch da?"

Keiner der Erwachsenen in dieser Geschichte – weder Lauras Eltern noch der Lehrer, noch die Sozialarbeiterin – ist bei Facebook oder in einem anderen Sozialen Netzwerk aktiv. Sie lehnen diese Form der Kommunikation ab. Die zwei Generationen scheinen in zwei unterschiedlichen Wirklichkeiten zu leben. Überspitzt formuliert: Die Erwachsenen schützen ihre Privatsphäre, die Kinder entblößen sich. Vielleicht ist die Entblößung auch eine Form der Rebellion der Jugendlichen gegen die Eltern. Nacktheit, Sex als Garantie für maximale Aufmerksamkeit, für maximale Reaktion.

Damals, vor den großen Ferien, machen Lauras Eltern einen Fehler. Sie lassen Laura das Handy, ändern nicht ihre Nummer. Im Sommer geht es auf Lauras Display weiter, denn mit dem Video wurde auch Lauras Nummer verbreitet. Nun fordern Unbekannte mehr von Laura. Sie verlangen Nachschub. Manche drohen ihr: Wenn sie keine neuen Nacktbilder schicke, würden sie ihren Facebook-Account hacken und ihr Video dort für alle sichtbar veröffentlichen. Andere machen ihr Komplimente, flirten. Laura genießt die Beachtung auch. Sie verliert den Überblick. Und sie erzählt es wieder niemandem, vor allem nicht ihrer Mutter.

Mit einem Jungen skypt sie öfter, einmal sagt er: "Na los, mach schon!" Und Laura hebt ihr T-Shirt. Heute sagt sie, es sei ihr zwar unangenehm, der Junge sei aber "schon ganz süß" gewesen. Laura bekommt nicht mit, dass er ihre nackten Brüste filmt. Zumindest sagt sie das. Der Junge schickt den Clip herum. Laura hat es ein zweites Mal getan.

Die amerikanische Psychologin Judith Rich Harris nannte die Pubertät einmal "eine spezielle Form des Wahnsinns" – bei dem man nicht mehr ganz Herr seiner Sinne und seines Körpers sei.

Warum sollten sich zwei Jugendliche nicht erotische Bilder senden, wenn es beide wollen und es unter ihnen bleibt? Nach einer Studie von Nicola Döring von der Technischen Universität Ilmenau zum Thema sexten rund 20 Prozent der Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren, drei Prozent geben an, dass ihre Nachrichten schon einmal ungewollt veröffentlicht wurden, 30 Prozent haben von solchen Fällen im Bekanntenkreis gehört. Heute besteht die Gefahr, dass Intimitäten sofort mit Hunderten oder gar Tausenden geteilt werden. Die virtuelle Nachricht wird zur Waffe in der Realität. Jedes sexuelle Ausprobieren, jedes Testen der Grenzen, jede Dummheit bekommt so eine andere Wucht. Die Folgen können die wenigsten Teenager einschätzen. Es ist, als verschärften die digitalen Medien die Pubertät. Und nicht immer ist eindeutig, wer Opfer und wer Täter ist oder beides zugleich.

Lauras Mutter und der Stiefvater gehen auf den Balkon, um zu rauchen. Als sie zurückkehren, verschränkt Laura ihre Arme vor dem Oberkörper. "Ich weiß nicht, was mich geritten hat", sagt sie. Die Jungs hatten Druck gemacht. "Wenn man denen bei Skype gegenübersitzt, ist es schwer, direkt Nein zu sagen."

Nach dem zweiten Mal herrschte auf Lauras Handy wieder Krieg. Besonders Lauras Mitschülerinnen tobten und hielten Gericht: Laura sei widerlich, eine Schande, ein Stück Dreck. Aber sie solle sich nichts antun, ihren Eltern bedeute sie etwas. Laura löschte, löschte, löschte. "Ich hatte gehofft, Mama und Papa kriegen es nicht mit."

Nach den Ferien erfährt es Lauras Mutter vom Klassenlehrer. Diesmal rastet sie aus: "Weißt du nicht, was du uns damit antust? Bin ich die Mutter der Nutte der Stadt?!", schleudert sie ihrer Tochter entgegen. Dieser Ausbruch ist ihr heute unangenehm.

Diesmal schaut sich die Mutter den Clip an, ein Mitschüler von Laura schickt ihn ihr. Die Mutter sieht, wie Laura darauf die Augen zusammenkneift und dann rasch ihr Oberteil lüftet. Als ob sie es ganz schnell hinter sich bringen wolle.

Wieder gibt es ein Gespräch mit dem Klassenlehrer, die Mitschülerinnen machen dicht. Es heißt: "Laura ist anders als wir! Sie gehört nicht zu uns." Der Klassenlehrer fragt sich: Ist Laura ein exhibitionistisches Kind? Er lädt eine Anwältin in den Unterricht ein, die auf Cybermobbingfälle spezialisiert ist. Die Anwältin erklärt den Schülern, welche Auswirkungen Mobbing und Sexting haben können. Sie spricht auch über die juristischen Konsequenzen, darüber, dass die Verbreitung solcher Videos gegen das Recht am eigenen Bild verstoße, dass die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt würden, dass eine solche Tat strafrechtlich verfolgt werden könne. Zu Laura, zum konkreten Fall, sagt die Anwältin nichts. Die Schüler schweigen, sie reagieren kaum. In Leos Klasse geht die Anwältin nicht.

Die Geschichte gerät durch das Netz außer Kontrolle

Zu Hause offenbart Laura, wie sie in ihrer Klasse seit Langem behandelt wird. Daraufhin bittet Lauras Mutter im vergangenen September darum, dass ihre Tochter in die Parallelklasse wechselt.

Heute sagt Laura: "Hätte ich das Video nicht gemacht, wäre ich immer noch in dieser blöden alten Klasse!"

Die Mutter: "Das hättest du einfacher haben können!"

Nach dem zweiten Mal nimmt Lauras Mutter ihre Tochter vom Netz: Handy- und Computerentzug. Stubenarrest auf Modern. Sie lässt Lauras Nummer sperren. Gemeinsam gehen sie Lauras Kontakte durch und löschen alle Daten von Menschen, die Laura nicht persönlich kennt. Am Ende des Sommers trifft auch ein Brief der Staatsanwaltschaft ein. Darin steht, das Verfahren gegen Lauras Exfreund Leo werde eingestellt, weil "die Schuld des Beschuldigten als gering anzusehen" sei.

Lauras Mutter braucht nun selbst Hilfe, Fragen lärmen in ihrem Kopf: Was hat sie falsch gemacht? Liegt es an ihrer Erziehung, liegt es an der Trennung von ihrem Mann, Lauras Vater? Lauras Mutter geht zu einer Erziehungsberatung der Caritas. Antworten gibt es keine. Es bleibt die Frage, wie sie es hätte verhindern können.

"Laura hat niemandem etwas getan, sie war einfach nur strunzdämlich", sagt die Mutter.

Heute darf Laura drei Stunden am Tag ins Netz, sie besitzt eine neue Handynummer. Auf Facebook hat sie 180 Freunde.

"180?", fragt Lauras Mutter.

Laura: "Oh Mama, 180 Freunde sind wenig!"

Mutter: "Kennst du die alle?

Laura: "Ja! Die 'Famekinder' haben 500 bis 1.000 Freunde." Die "Famekinder", abgeleitet vom englischen fame, Ruhm, sind diejenigen, in deren Nähe sich alle gern zeigen. Diejenigen, die sich am coolsten anziehen, die am besten aussehen, die immer das Richtige sagen oder posten. Die Beliebten. Der Druck dazuzugehören ist hoch. Die Zahl der Freunde ist eine Währung, die jeder wie eine Börsenkurve im Netz verfolgen kann. Je weniger man hat, desto unbeliebter erscheint man.

Deshalb will auch Laura keinen "Freund" verlieren. Fast beiläufig erzählt sie, dass sie auf Facebook noch immer mit dem Jungen "befreundet" sei, der das erste Video von ihr forderte und es an Leo schickte. "Den könnte ich eigentlich löschen", sagt sie in die Stille des Wohnzimmers. Ihre Mutter und ihren Stiefvater trifft diese Nachricht unvorbereitet, sie sind fassungslos.

"Laura, jetzt kommt doch nichts mehr. Laura? Ja?"

Schweigen.

"Hm, ja. Nö!", antwortet Laura schließlich. Es klingt, als sei sie sich selbst nicht ganz sicher.

"Sie hat es verdient", sagt der Exfreund, der das Video verbreitet hat

Ein paar Monate nach dem Gespräch im Wohnzimmer, an einem Winternachmittag dieses Jahres, trifft sich Laura mit ihrer neuen Klassenkameradin Anna. Sie gehen in ein Café, bestellen Waffeln und Cola. Ihre Smartphones legen sie neben die Teller. Laura lächelt, es geht ihr gut in der neuen Klasse. Anna hatte Laura damals auf die Videos angesprochen. "Ich fand’s nicht so schön, aber es ist nun mal passiert." Die beiden sehen sich selten nach der Schule, meist telefonieren sie miteinander. Früher, sagen sie, hätten sie sich auch draußen mit Freunden getroffen, früher, als sie Kinder waren.

Die beiden zählen ein paar Namen von Famekindern auf, die sie über Facebook kennen. "Ach, mit der bist du befreundet?", fragt Laura. "Ich glaube, ja", antwortet Anna. Ganz sicher ist sie nicht, sie hat sie ja so gut wie noch nie gesehen.

Im Café spricht Laura auch über ihren Vater und die Trennung der Eltern. Als sie sieben war, kehrte sie von einem Besuch bei ihrer Oma heim. Ihre Mutter sagte: "Papa ist weg, und er kommt auch nicht zurück!" Laura fing an zu weinen. Ihr Vater verschwand dann für zwei Jahre. Heute besucht Laura ihn alle fünf bis sechs Wochen. Auch die Eltern von Anna sind getrennt, seit sie ein Jahr alt ist. Im Augenblick lebt sie bei ihrem Vater. Die Mädchen haben Beziehungen früh als sehr fragile Gebilde erlebt. Sie sehnen sich nach einem festen Freund, auch wenn sie nicht wissen, wie man das macht, eine Beziehung führen. "Jungs sind wie Kaugummis – süß und leicht um den Finger zu wickeln", sagen sie und kichern laut.

Und Leo, war er auch süß? "Ich fand ihn ganz nett!", sagt Anna. Es kommt heraus, dass sie über WhatsApp Kontakt mit ihm hält. Laura sieht ein wenig überrascht aus. "War er es, der das Video weitergeschickt hat?", fragt Anna sie. Als hätten sie noch nie darüber gesprochen. Laura nickt.

Laura und Leo waren nur zwei Wochen zusammen. Zwei kurze Wochen, deren zerstörerische Kraft bis heute wirkt. Laura erinnert sich noch genau an das Ende. Leo und sie turtelten in der Nähe des Busbahnhofs, verabschiedeten sich, und eine Viertelstunde später bekam Laura eine SMS von Leo. "Ich habe keine Lust mehr auf dich!", stand da. Kurz darauf ging er mit einer Freundin von Laura. Laura war beleidigt. Das Video an Leos Freund war ihre Art der Rache.

An einem Mittwochmorgen im Mai, ein Jahr nachdem Laura ihr Video aufnahm, steht Leo neben dem Sportplatz der Schule. Es ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit. Leo ist 15, sein Gesicht ist bleich, die glatten dunklen Haare hängen ihm feucht in die Stirn, er atmet schwer. Gerade ist im Unterricht beim Joggen sein Kreislauf zusammengebrochen. Wenn man ihn auf Laura anspricht, ihn fragt, warum er das Video verbreitet hat, bricht es aus ihm heraus: "Sie hat es verdient!"

Leo lässt sich vom Lehrer nach Hause schicken. Aber er will reden, seine Version erzählen.

Ein paar Tage darauf hockt Leo bei sich zu Hause, auf seinem Schoß seine neue Freundin. Sie ist 14, blond und trägt ein sehr enges hellblaues Oberteil. Leos Mutter sitzt daneben am Küchentisch. Durch das kleine Fenster dringt nur wenig Licht, es riecht verbrannt. Die Kinder haben Toasts gebraten. Leo ist mit seiner Mutter erst vor anderthalb Jahren in die Stadt gezogen, zum neuen Freund der Mutter. Auch Leos Eltern sind getrennt. Leo krault seiner Freundin den Rücken. Er sagt, Laura und er seien zum Zeitpunkt des Videos noch zusammen gewesen, zumindest habe er das gedacht. Dann habe er das Video von seinem Kumpel bekommen: "Da war ich sauer, enttäuscht, dass sie einem Freund von mir so was schickt." Und so folgt auf Lauras Rache die von Leo: "Da habe ich den Film an meine ganze Klasse weitergeschickt!" Seine Mutter greift ein: "Hast du nicht gesagt, du hast es nur an einen geschickt?!" Leo: "Ja, hm, nur an einen. Das hat sich dann wie ein Virus verbreitet." Es ist die Geschichte von zwei gekränkten Jugendlichen, die durch das Netz außer Kontrolle gerät.

Bis zum Anruf von Lauras Mutter wusste Leos Mutter nichts. Der Klassenlehrer, der mit einem Tadel gedroht hatte, hat sich nie gemeldet. Leos Mutter redete mit ihrem Sohn, sprach von Konsequenzen, von seinem polizeilichen Führungszeugnis. Er hätte mit seiner Enttäuschung anders umgehen sollen. Was Erwachsene so sagen.

Leos Mutter ist 38, sie hat bis vor Kurzem als Betreuerin in einem Jugendheim gearbeitet, sie kennt ähnliche Fälle von ihrer Arbeit. Jetzt beobachtet sie ihren Sohn, wie er mit seiner Freundin auf dem Schoß schmust. Sie konnte Leo damals nicht dazu bringen, um Verzeihung zu bitten. Leos neue Freundin sagt: "Ich hätte mich auch nicht vor die Klasse gestellt und entschuldigt." Leo fügt hinzu: "Laura wollte sich mit dem Video aufspielen. Eigentlich hätte sie sich bei mir entschuldigen müssen."

Leo wurde von einer Polizistin auf der Wache befragt, aber das hat ihn nicht besonders beeindruckt. Im Gegenteil, er fand es lächerlich. "Die hätten ja die ganze Schule anzeigen müssen", sagt er. Auch Leos Freundin hat das Video verbreitet, sagt sie jetzt. Leos Mutter sitzt daneben und wundert sich. Sie fragt Leo: "Guckst du dir auch noch weiter so was an?" Leo antwortet nicht. "Was erwartest du?", fragt er zurück. "Nein", schiebt er rasch hinterher. "Das ist normal für euch, sich so was anzusehen?", fragt die Mutter. "Ja", sagen beide. Wenn man Leo fragt, wie viele Videos dieser Art er seit dem Fall mit Laura bekommen habe, antwortet er: "So 50 bis 100!" Meist kennt er die Darsteller darauf nicht. Manchmal aber schon.

Laura und Leo sehen sich weiterhin jeden Tag in der Schule. Wenn sie einander begegnen, schauen sie weg, sie ignorieren sich. Über das Video haben sie sich nie unterhalten. Sie reden übereinander, nicht miteinander. Laura hat jetzt einen neuen Freund, er ist zwei Jahre älter als sie und macht eine Ausbildung. Mit ihrer Mutter hat sie ausgemacht, ihm erst mal nichts von den Videos zu erzählen.

* Die Namen aller Protagonisten sind geändert