Das wäre eine tolle Diät! Die Überlegung dahinter: Der Körper verbraucht Energie, weil er die gekühlten Körperpartien ständig aufwärmen muss, und man nimmt ab.

Leider funktioniert das nicht: Zwar müssen wir stets etwa eine Kilokalorie aufwenden, um einen Liter Körpersubstanz um ein Grad zu erwärmen – aber unser Körper produziert bei warmem Wetter ohnehin einen Überschuss an Energie und braucht eher Kühlung. Faustregel: Wenn wir weder schwitzen noch frieren, ist eigentlich alles im Lot, und wir wenden keine zusätzliche Energie auf, um unsere Körpertemperatur auf 37 Grad zu halten.

Und dann gibt es noch den Verdacht, dass man durch einen langen Aufenthalt im kalten Wasser sogar zunehmen kann, selbst wenn man dabei trainiert. Sportwissenschaftler von der University of Florida haben im Jahr 2005 diesen Versuch gemacht: Ihre Probanden radelten 45 Minuten lang auf einem Ergometer, das im Wasser versenkt war. Einmal war das Wasser angenehme 33 Grad warm, das andere Mal 20 Grad kalt. Danach konnten sie an einem Buffet so viel essen, wie sie wollten. Nach dem Training im kalten Wasser aßen die jungen Männer 44 Prozent mehr als nach dem Strampeln in lauwarmem Wasser. Und sie nahmen erheblich mehr Kalorien zu sich, als sie gerade wegtrainiert hatten.

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Das passt zu einem Ergebnis, das ein Forscher der University of California 1987 veröffentlichte: Er verordnete übergewichtigen Frauen ein Fitnesstraining – täglich eine Stunde Laufen, Schwimmen oder Spinning. Die Läuferinnen und Radlerinnen nahmen kräftig ab, die Schwimmerinnen überhaupt nicht. Offenbar regt der Aufenthalt im kalten Wasser den Körper dazu an, sich ein gut isolierendes Fettpolster zuzulegen.

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