Mit Musik geht alles besser. Die jüngste Nachricht aus der Türkei sollte man lesen, während Frank Zappas Song Planet Of The Baritone Women läuft: "Sie sprechen mit tiefer Stimme / von Dingen, die nur sie verstehn / Sie singen ›oooh‹ / und lachen dich aus / (Ha ha ha haaaaa – ha!) / Wenn du es / nicht auch kannst!"

Nämlich: Bülent Arınç, Stellvertreter Erdoğans, hat sich darüber beschwert, dass Frauen in der Öffentlichkeit zu laut lachen. Er hat Zappas Warnung ernst genommen: "Diese Bariton-Frauen / Sie sind nicht deine Freundinnen / (Ha ha ha haaaaa – ha!)"

Frauen, die etwas zu lachen haben, können einen ziemlich nervös machen. Wenn zum Beispiel eine bekannte deutsche Model-Darstellerin, die ihren Namen gerne in der Zeitung liest, die Zahnreihen bleckt, wem jagte das nicht Angst ein?

Sigmund Freud nannte den Ursprung dieses Schreckens die "Vagina dentata". Etwa fünfzig Jahre später gab ihm der Operettensänger Rudolf Schock einen paradoxen Ausdruck mit Franz Lehárs leider unvergessenem "Schön sind lachende Frau’n / doch sei auf der Hut / sie küssen so heiß / sie küssen so gut."

Etwas Ähnliches hatte wohl auch Herr Arınç im Sinn. Und weil der türkische Wahlkampf auch hierzulande ausgetragen wird, prüfen wir interessehalber mal nach: Lachen unsere Frauen womöglich auch zu laut, zu oft oder gar zuletzt?

Für Politikerinnen gilt das jedenfalls nicht mehr, seit Claudia Roth weg ist. Aber dieses verschmitzte Grinsen, das ist ja noch viel bedrohlicher. Wenn beispielsweise die Kanzlerin unmerklich giggelt, läuft es da nicht den Parteifreunden eiskalt den Rücken hinunter?

Wir wollen daher an eine alte Forderung der ZEIT erinnern: Schluss mit der Spaßgesellschaft. Zitieren wir Arthur Schopenhauer: "Das Leben, mit seinen stündlichen, täglichen, wöchentlichen und jährlichen, kleinen, größern und großen Widerwärtigkeiten, mit seinen getäuschten Hoffnungen und seinen alle Berechnung vereitelnden Unfällen, trägt so deutlich das Gepräge von etwas, das uns verleidet werden soll, daß es schwer zu begreifen ist, wie man dies hat verkennen können und sich überreden lassen, es sei da, um dankbar genossen zu werden, und der Mensch, um glücklich zu sein." Erinnern wir schließlich an den deutschesten aller Sprüche, nämlich "Spaß muss sein". Er ist das Dementi seiner selbst. Da muss überhaupt nichts sein.