Würde er noch leben, steckte er wohl mittendrin in den Vorbereitungen zur Big Party zu seinem 80. Geburtstag. Aber so wie die Dinge nun mal liegen, übernehmen das naturgemäß andere für ihn, hoch professionell, hoch kommerziell. Lässt sich doch mit allem, was er mal in Händen hielt oder auch nur im Vorbeigehen gestreift hat, nach wie vor gut verdienen. Selbst gänzlich unbedeutende Orte auf der Weltkarte, in denen er zufällig ein paar Tage oder Nächte verbracht hat, schmücken sich mit seinem Namen; sein Grab wurde zum Wallfahrtsort, der Rückblick auf sein Leben zum Musical.

Nicht schlecht für einen Jungen aus einfachen Verhältnissen, dessen Weg von Geburt an mit einem schweren Verlust belastet war. Doch vielleicht gerade deshalb wurde ihm, dem Einzelkind, die ganze Liebe der Eltern zuteil. Besonders zur Mutter hatte er ein inniges Band. Sie hatte ihn stets gefördert. "Als ich ein Junge war, sah ich mich immer als Helden in Comicbüchern und Filmen. Ich wuchs auf im Glauben an diesen Traum", sagte er später.

Als dann die geliebte Mutter unverhofft mit erst 46 Jahren starb, versank er in Schmerz und Trauer. Zu diesem Zeitpunkt war er aber auch schon ein Star, der er bis heute geblieben ist, geliebt, verehrt – aber vor allem anfangs auch geschmäht von konservativer Seite. Doch gerade das beflügelte seine Karriere; die Zeichen der Zeit standen auf Erneuerung und Veränderung, da passte einer wie er genial ins Bild. Heute würde man vielleicht sagen, dass das "Gesamtpaket" stimmt: Soul im Herzen. Rhythmik im Körper. Und unverkennbar die Stimme. Und da er schon als Kind im Gospelchor gesungen hatte, war er auch das Auftreten vor Publikum gewohnt; seine Bühnenpräsenz galt als legendär.

In den späteren Jahren wurden die Konzerte dann immer aufwändiger. Einen seiner letzten großen Benefiz-Auftritte übertrug man im Fernsehen in mehr als vierzig Staaten weltweit. Da war er aber offensichtlich schon schwer angeschlagen. Seine Krankenakte liest sich wie ein medizinisches Lexikon: genetischer Herzfehler, drei Herzinfarkte, Bluthochdruck, chronische Darmerkrankung, Krebs und früher Tod. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 31:

Der gebürtige Heidelberger Joseph Süß Oppenheimer (1698 bis 1738) begegnete 1733 dem zukünftigen württembergischen Herzog Karl Alexander und wurde zu seinem Finanzier und Ratgeber. Nach dessen Tod 1737 wurde er als "Jud Süß" angeklagt und hingerichtet