Während Brüssels Muschel- und Pommesbudenbesitzer sehnsüchtig auf die Rückkehr der Eurokraten Ende August warten, sind die wenigen zurückgebliebenen Mitarbeiter der Brüsseler Denkfabrik Bruegel fremdgegangen: Sie haben sich mit den von Brüssels Bürgern so gehassten Burgern befasst. Immerhin aber haben die Ökonomen den Big Mac nur für einen Kaufkraftvergleich benutzt. Mit erstaunlichen Beobachtungen: So stieg der Preis für die Kalorienbombe in Griechenland im vergangenen Jahr um mehr als 40 Cent. Auch in den Krisenländern Italien und Portugal legte der Preis zu.

Warum das gute Nachrichten sind? In den vergangenen Jahren brachen die Preise in Griechenland massiv ein. Löhne sanken, und Arbeitsplätze gingen verloren. Der Anstieg der Big-Mac-Preise, urteilt die Autorin der Studie Pia Hüttl, zeige nun, dass sich die Abwärtsspirale – und damit auch die Rezession des Landes – verlangsame. Dass es also bald wieder aufwärtsgehe.

Was Brüsseler Gourmets für undelikaten Ökonomen-Rinderwahnsinn halten mögen, basiert auf etablierten Forschungen. Der Big-Mac-Index des Economist ist Legende. Mit ihm lässt sich die Kaufkraft einer Währung in verschiedenen Ländern gut und einfach vergleichen. Die Zutaten des Big Mac sind schließlich auf der ganzen Welt gleich (Brötchen, Salat, Schmelzkäse, Zwiebel, Sauce und Rindfleisch). Also müsste auch der Preis – bereinigt um den Wechselkurs – überall identisch sein (schlicht, wie Ökonomen einmal sind, werden unterschiedliche Arbeitskosten oder Rohstoffpreise ausgeklammert). Derzeit kostet ein Big Mac in den USA, der Heimat des Fast Foods, umgerechnet 3,57 Euro, in Griechenland hingegen waren es zuletzt nur 3,05 Euro. Die Griechen können sich also im Vergleich mehr leisten für ihr Geld. Wenn die Preise nun wieder steigen, statt zu fallen, scheint der freie Fall ihrer Wirtschaft vorüber – und ihre Zahlungsbereitschaft wieder größer.