"Trip Expert" verspricht Hotelbewertungen ohne Schummeleien © Screenshot von Tripexpert.com

In bewährten Betten

Der Strand ist "voll verseucht", dafür sind die Zimmer "OMG! So, so super!" – die meisten Hotelbewertungen geben mehr über den Verfasser preis als über das beschriebene Etablissement. Laut einer Umfrage der Fachhochschule Worms nutzen dennoch 90 Prozent der Deutschen Bewertungsportale als Entscheidungshilfe, bevor sie eine Übernachtung buchen. Sie vertrauen der Intelligenz des Schwarms. Gefälschte Bewertungen, so die Hoffnung, gehen darin unter, Lobhudeleien und Verleumdungen wiegen sich gegenseitig auf, sodass am Ende in der Gesamtheit ein ausgewogenes Bild entsteht. Die Macher von Trip Expert, einem neuen Hotel-Buchungsportal, haben daran ihre Zweifel. Das Portal beruft sich deswegen auf die Meinung von Experten: auf Lonely Planet, Frommer’s oder die New York Times. Bis zu 20 Publikationen durchsucht Trip Expert eigenen Angaben zufolge nach Bewertungen. Aus diesen errechnet das Portal dann einen Mittelwert. Hotels, die noch nicht in mehreren Zeitungen oder Reiseführern besprochen worden sind, tauchen in der Liste gar nicht erst auf. Entsprechend findet man auf der Seite eher bekannte Häuser an touristischen Hotspots als Neueröffnungen oder Geheimtipps. Vor unangenehmen Überraschungen ist man dafür aber – OMG! – einigermaßen sicher.

One for the road

Vor mehr als 100 Jahren unternahm eine Deutsche den ersten dokumentierten road trip der Geschichte. Fragt man nach der Mutter aller Autoreisenden, kommen dennoch die wenigsten auf Bertha Benz, die Gattin des Automobilpioniers. Stattdessen schweifen Befragte ab und landen dann schnell bei den einschlägigen Traumstraßen, Route 66 oder Highway 101 – was auch daran liegen mag, dass die Strecke Olympia–Los Angeles um einiges spektakulärer ist als die von Bertha Benz gewählte Route Mannheim–Pforzheim. Und natürlich an Schriftstellern wie Jack Kerouac und John Steinbeck, deren Romane vom Leben entlang dieser Straßen erzählen und so ikonische Bilder für das kollektive Gedächtnis geschaffen haben. Roadtrippers, eine Reise-Plattform mit zugehöriger App, bedient sich dieser Bilder auf sehr geschickte Weise: Fotos und bezaubernde Animationen machen Lust, sich sofort ins Auto zu werfen und loszufahren. Außergewöhnliche Strecken werden vorgestellt und ausführlich beschrieben. Man kann seinen road trip aber auch ganz individuell planen (in der App stehen dafür Google Maps, Apple Maps und der Stauwarner Waze zur Verfügung). Die gewählte Route wird mit Kilometerzahl, Reisedauer und geschätzten Benzinkosten angezeigt. Im Menü kann man sich dann die Stationen aussuchen, die entlang der Strecke gelistet werden sollen. Dabei werden auch abwegige Wünsche berücksichtigt: Selbst wer sich ausschließlich für kleine Brauereien und verlassene historische Orte interessiert, wird fündig. Fans der Strecke Mannheim–Pforzheim müssen allerdings leider noch warten: Bisher ist das Angebot von Roadtrippers auf die USA beschränkt.

Richtungsweisend

Wenn der Reisende am Flughafen von jedem Taxifahrer mit Namen begrüßt wird und der Concierge im Hotel anstelle der Chipkarte einen Zimmerschlüssel mit eingravierten Initialen überreicht, könnte es an der Zeit sein, über ein neues Urlaubsziel nachzudenken. Die nötige Inspiration für die Suche will eine neue Website liefern: Jauntaroo richtet sich an Menschen, die zwar über genügend Geld und Urlaubstage verfügen, denen aber partout kein Ort einfallen will, an dem sich beides durchbringen lässt. Zunächst gibt man auf der Seite den bevorzugten Abflugort ein. Im nächsten Schritt stehen 22 verschiedene Faktoren zur Auswahl – darunter Wetter, Landschaft, Aktivitäten –, von denen fünf markiert werden müssen. Zuletzt gibt man an, wie viel die Reise kosten darf, und klickt dann auf find matches – "finde etwas Passendes". Abhängig von den angegebenen Präferenzen schlägt Jauntaroo Ziele wie Guanacaste, Portland, Mazatlán oder St. Kitts vor. Die (englischsprachigen) Informationen zu den Destinationen sind jedoch meist dünner als der einschlägige Wikipedia-Eintrag. Kurzentschlossene, die direkt buchen möchten, leitet Jauntaroo zu Expedia weiter. Die bisherigen Angaben werden allerdings nicht übertragen, sodass Flug- und Hotelsuche zwar wieder bei null beginnen – aber zumindest mit einer Idee, wohin die Reise gehen soll.