Es existieren ja viele fragwürdige Zuordnungen von Fähigkeiten und Eigenschaften zum Geschlecht (Einparken, Zuhörenkönnen et cetera), aber bei der Technik des Pulloverausziehens gibt es tatsächlich deutliche Geschlechtsunterschiede.

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Die "weibliche" Technik geht so: Sie kreuzt die Arme vor dem Bauch, greift mit jeder Hand eine Seite des unteren Pulloversaums und zieht diesen Saum dann hoch über den Kopf. Das kann sehr elegant aussehen, der Pullover wird dabei allerdings auf links gedreht.

Bei der "männlichen" Technik hingegen greift der Mann nach hinten über den Kopf, bis er ein Stück des Pullovers zu fassen bekommt, gern auch den Kragenbund, und zieht das Kleidungsstück wurschtelnd irgendwie über den Kopf. Vorteil dieser uneleganten Methode: Der Pullover bleibt meist auf rechts, man muss ihn anschließend nicht von innen nach außen wenden.

Aber benutzen wirklich alle Frauen die "weibliche" und alle Männer die "männliche" Methode? Schüler des Dürer-Gymnasiums in Nürnberg haben das für den "Jugend forscht"-Wettbewerb untersucht und sind damit 2012 Regionalsieger im Fach Biologie der Region Mittelfranken geworden. Sie befragten 195 Männer und 136 Frauen nach ihrer Ausziehtechnik. Und tatsächlich kreuzten drei Viertel der Frauen die Arme, während 79 Prozent der Männer die Wurschteltechnik bevorzugten.

Woher kommt dieser deutliche Geschlechterunterschied? Diese Frage konnten die Schüler nicht eindeutig beantworten, aber sie fanden einen interessanten Hinweis: Die weibliche Methode ist offenbar frisurschonender – die Haare werden nur kurz angehoben und können dann wieder in ihre alte Form zurückfallen, während sie bei der Männermethode hoffnungslos durcheinandergeraten. Und siehe da: Immerhin ein Drittel der langhaarigen Männer in der Studie zog sich damenhaft aus. Im Internet kursiert noch eine andere Erklärung: Eine Frau, die sich auf weiblich-elegante Weise des Pullovers entledigt, verbringt erheblich weniger Zeit schutzlos im Dunkeln.

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