Die Tage werden kürzer, schon bemerkt? Hell erleuchtete Bürogebäude abends um acht Uhr, die Verkehrsadern der Stadt als Leuchtspurtraversalen, flutlichtgetränkte Sportstadien. Das muss es sein, das Ende des Sommers. Also der Tatsache ins Auge geblickt: Im Dunkel sieht man nichts.

Wer jetzt kein Licht hat, kauft sich keines mehr? Doch. Manufactum hat den Vintage-Trend als Erstes erkannt und bietet Lampen an, die aussehen, als ob sie ihren Besitzern schon etliche Jahre heimleuchteten. Meist sind es nachgebaute Klassiker, etwa die berühmte Wagenfeld-Tischleuchte im Bauhausstil.

Unser Blick fällt auf ein originales Stück. Der Entwurf aus dem Jahr 1934 stammt von Max Schumacher, der sich offenbar dem Bauhaus verpflichtet fühlte. Viel ist über ihn nicht überliefert, aber dass er es mit Le Corbusiers Motto hielt, darauf können wir wetten: "Je kultivierter die Leute werden, desto mehr verschwindet das Ornament." Hergestellt wurde das Teil von Schröder Lobenstein in der sauerländischen Lampenstadt Neheim-Hüsten. Der ausladende Schirm aus Metall streut das Licht ringsum, während die fast im Kelch versteckte Glühlampe garantiert nicht blendet. Hübsch auch der kleine Messingknauf obendrauf. Ursprünglich gab es die Schumacher-Leuchte in zahlreichen Farben, mal Ocker, mal Mintgrün, mal Tiefschwarz; unsere ist klassisch britisch grün und offenbar noch günstig: Das Berner Auktionshaus Stuker schätzt sie auf 200 bis 400 Franken (www.galeriestuker.ch).