Der hoch aufragende Mast eines Segelschiffs, das einsam übers Meer oder einen großen See gleitet, ist geradezu eine Einladung an den Blitz, der ja bekanntlich am liebsten in den höchsten Punkt einschlägt. Glücklicherweise lässt sich dieser Nachteil zum Vorteil wenden, indem man den Mast zum Blitzableiter macht.

Bei größeren Segeljachten ist das meist schon ab Werk der Fall: Der Mast ist aus Aluminium, der Bootskörper aus Metall, sodass ein einschlagender Blitz direkt von der Mastspitze ins Wasser geleitet wird. Die Segler sollten nur aufpassen, bei Gewitter nicht direkt mit diesen Metallteilen in Verbindung zu stehen. Aber auch Segelboote aus Holz oder Kunststoff haben oft einen Kiel aus Metall. Außerdem leiten die Wanten und Stage die Elektrizität, also die Metallseile, die dem Mast seine Steifigkeit verleihen. Man muss nur eine leitende Verbindung zwischen diesen Seilen (die mindestens sechs Millimeter Durchmesser haben sollten) und dem Kiel herstellen.

Ist das Boot komplett aus nicht leitendem Material, dann kann der Segler immer noch improvisieren, indem er an den Wanten und Stagen ein weiteres Metallseil befestigt, das dann mindestens eineinhalb Meter tief ins Wasser hängen sollte.

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Da es im Gewitter aber oft auch heftig stürmt, sollte man es gar nicht so weit kommen lassen, dass der Blitzableiter gebraucht wird, sondern einen sicheren Hafen ansteuern. Gelingt das nicht mehr, gilt: Segel reffen, möglichst unter Deck gehen und hoffen, dass der Sturm bald vorbei ist.

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