Ich will mir nicht anmaßen, die Frage generell für alle Aufzüge der Welt zu beantworten. Zum Beispiel ist in den USA ein funktionierender Tür-zu-Knopf Pflicht. Trotzdem beklagen sich auch dort viele Menschen, dass der Knopf nichts bewirke.

In Deutschland ist ein solcher Knopf nicht vorgeschrieben – im Gegensatz zur Tür-auf-Taste. Die Hersteller bauen ihn auf Wunsch des Kunden ein, oder auch weil das Bedienfeld des Aufzugmodells standardisiert ist. Zwei große Aufzughersteller betonen aber gegenüber der ZEIT, dass der Knopf, wenn er da ist, auch etwas tut. "Von reinen Placebo-Knöpfen ist uns zumindest bei unseren Aufzügen nichts bekannt", schreibt Jan Steeger von der Firma Schindler.

Allerdings ist bei keiner modernen Aufzugsteuerung der Knopf so angelegt, dass er sofort und immer die Tür schließt. Er funktioniert zum Beispiel nicht, während die Tür gerade aufgeht. Und auch wenn die Lichtschranke ein Objekt in der offenen Tür registriert, hat die Betätigung des Knopfs selbstverständlich keine Wirkung – kein bösartiger Benutzer kann also vorsätzlich den Fuß oder die Hand eines anderen in der Tür einklemmen.

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Bei ganz modernen Aufzügen, bei denen die Benutzer schon beim Anfordern des Aufzugs die Etage wählen, kann die Situation noch viel komplizierter sein. Dann "prüft die Steuerung beim Betätigen des Tür-zu-Tasters, ob noch weitere Passagiere auf dem Weg zur Kabine sind", schreibt Michael Ridder von der Firma ThyssenKrupp. Es gibt also viele Fälle, in denen der Knopf tatsächlich nichts bewirkt – obwohl er funktioniert.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Anmerkung der Redaktion, 7.10.2014: Bei zwei Zitaten in dieser Stimmt’s-Folge wurden die Gesprächspartner falschen Unternehmen zugeordnet. Tatsächlich ist der Satz "Von reinen Placebo-Knöpfen ist zumindest bei unseren Aufzügen nichts bekannt", von Jan Steeger von der Firma Schindler. Die Erklärung zu Aufzügen mit frühzeitiger Etagenwahl (dann "prüft die Steuerung beim Betätigen des Tür-zu-Tasters, ob noch weitere Passagiere auf dem Weg zur Kabine sind") gab uns Michael Ridder von der Firma ThyssenKrupp. Wir haben das hier korrigiert.