Vor 100 Jahren fand in St. Petersburg ein berühmtes Schachturnier statt. In die Finalgruppe ging der junge, geniale Cubaner José Raúl Capablanca mit 1,5 Punkten Vorsprung auf den Weltmeister Emanuel Lasker und dessen deutschen Widersacher Siegbert Tarrasch. Dieser schrieb damals im Berliner Lokalanzeiger: "Galt es nicht für eine ausgemachte Sache, dass der Jüngling aus Havanna den ersten Preis holen würde? Ging er nicht unbesiegt durch das Turnier? Stürmte er nicht unbeirrbar auf sein Ziel los, prangend in Jugendkraft und Schönheit wie Achill und unverwundbar wie dieser?"

Doch auf der Zielgerade kam der Jüngling ins Straucheln, während Lasker mit seinen bereits 46 Jahren stärker wurde und Capablanca in der vorletzten Runde in einer wunderbaren Partie besiegte. Aber immer noch hätte diesem ein Gewinn in der letzten Runde gegen den mittlerweile wegen Gallenbeschwerden stark schwächelnden Tarrasch – ein Kasus mehr, bei dem der Arzt sich nicht selber helfen konnte – zum alleinigen Turniersieg gereicht.

Doch während Lasker im glänzenden Stil den Amerikaner Frank Marshall besiegte, raffte sich der angeschlagene 52-jährige Tarrasch zu einer Energieleistung auf. Schließlich diese Stellung. Am Ende einer Abwicklung meinte Capablanca als Weißer, wegen der verschiedenen Angriffe die Figur zurückzugewinnen. Doch Tarrasch hatte weiter gerechnet. Wie gewann er?

Lösung aus Nr. 40:

Wie setzte Weiß unter Opfern schnell matt? Nach dem Turmopfer 1.Te7!! blieb nur 1...Dxe7, doch jetzt fiel der Läufer im schwarzen Lager ein: 2.La6! mit der schrecklichen Drohung 3.Db7 matt. Dagegen half nur 2...Kxa6, indes 3.Da8 matt. Amen!