Worum geht es in der aktuellen ZEIT? Was sind die wichtigsten Themen? Diese stellen ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich Ihnen hier vor.

Viele denken ja, dass die Menschen sich primär für Themen interessieren, die sich unmittelbar mit ihrem Leben verbinden lassen. Aber das stimmt nicht, fesselnd sind auch solche Fragen: Wohin dehnt sich das Weltall aus? Gibt es noch anderes Leben im All? Wie entstand unser Sonnensystem? Mit der letzten Frage beschäftigt sich diesmal das Dossier. Erstmals soll eine Raumsonde auf einem Kometen landen, dafür ist sie 766.627.215 Kilometer geflogen. Wenn die Landung gelingt, weiß die Menschheit mehr über das Woher ihrer galaktischen Heimat.

Sagt das Woher auch etwas aus über das Warum und über das Wer-bin-ich? Immer mehr Kinder von Samenspendern wollen ihren biologischen Vater kennenlernen, mit dem sie doch erst mal nichts gemein haben außer den Genen. Erfahren sie etwas über sich, wenn sie ihn sehen? Jenny Becker hatte das große Reporterglück, bei einer ersten Begegnung zwischen einem erwachsen gewordenen Sohn und seinem biologischen Vater dabei zu sein. Und man sieht in ihrem Artikel Bist Du mein Vater?: Die Gene waren der Anlass, der Charakter ist das, worauf es ankommt.

Was Erfolg ist, weiß man vielleicht dann am wenigsten, wenn man ihn hat.
Woher Erfolgt kommt, danach suchen Forscher seit Jahrzehnten. In unserer
Titelgeschichte findet sich ihre klare Antwort. Es ist nicht die Intelligenz und auch nicht das Durchsetzungsvermögen, nicht mal die Herkunft gibt den Ausschlag, sondern zwei viel unscheinbarere Eigenschaften: Geduld und Disziplin. Mit anderen Worten, nur wer leiden und warten kann, bringt es zu etwas. Das kommt uns beiden ziemlich plausibel vor.

Was kann schlecht sein daran, Stolpersteine ins Straßenpflaster zu setzen, um an die Menschen zu erinnern, die von den Nazis aus ihren Häusern
vertrieben und verschleppt wurden? Doch fast immer, wenn man denkt, es kann gar keine Gegenargumente geben, ist man auf der falschen Fährte. Das zeigt der Bericht von Jens Jessen über den Münchner Streit zwischen Juden, die dieses Gedenken dort nicht wollen, und Nicht-Juden, die sich dafür engagieren. Eine Diskussion, bei der es sich lohnt, ganz genau hinzuhören.

In dieser Woche hat uns die Aufregung über die Kritik des
Bundespräsidenten an der möglichen Wahl eines Linken zum Ministerpräsidenten von Thüringen genervt. Und das schöne am Zeitungmachen ist ja: Wenn einen was nervt und es fallen einem auch noch ein paar Argumente ein, dann schreibt man das einfach auf. So entstand der Leitartikel dieser Woche, ein Lob auf den "Parteiischen".

Ein Wort zu den Medien: Die Süddeutsche Zeitung macht seit einigen Wochen eine aufwändig gestaltete Wochenendausgabe, der Spiegel erscheint demnächst am Samstag, dem Hauptlesetag der ZEIT. Mit anderen Worten, die Konkurrenz rückt uns auf den Pelz, wird "ZEITiger". Wir freuen uns darüber: Lieber ein frischer, scharfer Wettbewerb, als dass die Branche sich immer tiefer in den Keller jammert.

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