Es ist eng im Atelier von Peter Zumthor in Haldenstein, einem Dörfchen unweit von Chur. Pläne, Skizzen und Modelle: Fast stolpert man über das Los Angeles County Museum of Art. Peter Zumthor trägt ein kaftanartiges Hemd und Pluderhosen. Auf dem Tisch stehen Glaskaraffen mit Wasser und Orangensaft. Der Stararchitekt, 2009 mit dem Pritzker-Preis für sein Lebenswerk gekrönt, trinkt aber lieber Shorley aus der PET-Flasche. Vor einigen Wochen ist seine Werkmonografie erschienen.

DIE ZEIT: Herr Zumthor, wie sehr kümmert Sie Ihr eigenes Image?

Peter Zumthor: Im Grunde überhaupt nicht. Aber es tut mir weh, wenn die Leute ein falsches Bild von mir haben.

ZEIT: Was ist das falsche Bild?

Dieser Artikel stammt aus der Schweiz-Ausgabe der aktuellen ZEIT. Sie finden die Schweiz-Seiten jede Woche auch in der digitalen ZEIT.

Zumthor: Die Vorstellung von einem unmöglichen Menschen, mit dem man nicht reden kann, der inkonziliant ist, ein sturer Bock. Es gibt doch solche Bilder.

ZEIT: Wie kam es dazu?

Zumthor: Vielleicht habe ich mich früher einmal zu wenig konziliant gezeigt, ich weiß es nicht. Vor einem halben Jahr schrieb zum Beispiel eine Journalistin nach einem Besuch hier im Atelier: "Haldenstein. Zumthor. Alle sind ruhig, es wird nur geflüstert. Alle tragen schwarz, nur Zumthor spricht." Solche Klischees sind mühsam.

ZEIT: Weil die Klischees Ihnen das Arbeiten erschweren?

Zumthor: Nein, das nicht. Ich erlebe, dass ich unter dem Strich in der Schweiz, aber auch im Ausland richtig wahrgenommen werde. Während der Valser-Krise ist es passiert, dass unbekannte Leute auf der Straße auf mich zukamen und mir sagten: "Sie sind Herr Zumthor? Gratulation! Hut ab!"

ZEIT: In Vals, wo Sie die weltberühmte Therme bauten, wurden Sie vor zwei Jahren ausgebootet. Wie sehr wurmt es Sie, wie die Geschichte ausging?

Zumthor: Sehr.