Worum geht es in der aktuellen ZEIT? Was sind die wichtigsten Themen? Diese stellen ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich Ihnen hier vor.

Der Aufwand, den wir für die neue Titelgeschichte betrieben haben, ist für unsere Verhältnisse einzigartig: An diesem Artikel haben 20 Journalisten mitgearbeitet, ein Investigativ-Team aus Print und Online in Kooperation mit anderen Medien. Was die alle zusammen herausgefunden haben und eindrucksvoll beschreiben, ist sensationell und erschreckend. Es geht um multiresistente Keime. Immun gegen Antibiotika lassen sie Menschen leiden und sterben. Dass es sie gibt, war natürlich schon bekannt, auf welchen Wegen sie neuerdings auch aus den Ställen der Massentierhaltung in unsere Krankenhäuser gelangen, das wurde noch nie so akribisch nachgewiesen. Fakt ist: In Gegenden, wo viel Massentierhaltung betrieben wird, sind die Krankenhäuser besonders stark von diesen resistenten Keimen bedroht. Es ist die Rache aus dem Stall. Das wirft viele Fragen auf, auch diese: Wie teuer wäre das billige Fleisch, wenn die zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem miteinbezogen würden?

Auch für eine große Geschichte in der Politik haben diesmal zehn Reporter in unterschiedlichen Ländern mitgewirkt: "Putins großer Plan" heißt sie. Sie zeigt, wie Moskau in allen ost- und südosteuropäischen Ländern massiv versucht, Einfluss zu nehmen; von der Ostsee bis zur Adria gibt es kaum einen Staat, den Putin nicht versucht durch Geheimdienstler, Grundstückskäufe, Soldaten oder Gas politisch zu beeinflussen. Dazu passt gut das Portrait, das Matthias Naß über Putins besten Freund geschrieben hat: Matthias Warnig heißt der Mann, er ist ein Deutscher, der früher mal für die Stasi gearbeitet hat – ausgerechnet.

Neben den aufwendigen Geschichten gibt es aber immer noch den journalistischen Zufallsfund, das sogenannte unaufgefordert eingesandte Manuskript. Eines davon hat uns tief berührt. Da hat ein Mann seine Geschichte aufgeschrieben, vielleicht auch, um sich selbst zu retten, denn er hat erst seine Frau und dann seinen nicht mal zweijährigen Sohn an den Krebs verloren. Wie er sein Kind bis zuletzt begleitete und was dabei mit ihm selbst geschah, das beschreibt er auf eine unvergessliche Art im Dossier. Von der Redaktion stammte nur die Idee, von den Leserinnen und Lesern die Recherche: das ZEITmagazin hatte nach den Lieblingsbäckereien gefragt und 15000 Antworten bekommen. Daraus ist ein Heft zum Anbeißen geworden, wenngleich mit einer kritischen Frage: Warum wird nichts getan gegen den Rückgang jener Bäckereien, die noch selbst backen, mit den Händen und mit Stolz?

Müssen Rockmusiker nicht immer auch böse sein? Wenigstens ein kleines bisschen? Und was geschieht, wenn sie etwas rundum Gutes, Nützliches und Liebes tun? Moritz von Uslar war am Montag in den Teldex-Studios in Berlin-Lichterfelde dabei, als eine ganze Reihe von Deutschrockern angeführt von Campino für einen guten Zweck (!) ein Weihnachtslied (!) einspielte. Ein richtig uncooler Moment, mit einer coolen Schlusspointe. Das reinste Lesevergnügen!

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