Das Institut für Energiedienstleistungen in Heidelberg rechnet alle Jahre wieder hoch, wie viel Energie die Deutschen für die festliche Beleuchtung ihrer Häuser und Straßen verbrauchen. Aktuell beträgt diese Schätzung etwa 500 Millionen Kilowattstunden. Erstaunlich ist, dass den Löwenanteil davon nicht die öffentliche Beleuchtung schluckt, sondern private Lichterketten, Weihnachtssterne und Christbaumkerzen (sofern sie elektrisch sind). Ein Tipp: Wer statt traditioneller Glühbirnchen LED-Lichter verwendet, verbraucht 80 Prozent weniger Strom für die Festtagsbeleuchtung.

Wie kann man diese riesige Menge an Elektrizität begreifbar machen? Man kann sie ins Verhältnis zu dem setzen, was wir sonst für die Beleuchtung unserer Wohnungen benötigen. In den knapp fünf Wochen zwischen dem ersten Advent und dem Dreikönigstag verbraucht der Durchschnittshaushalt circa 190 Kilowattstunden für die zusätzliche Beleuchtung, das ist etwa die Hälfte des Stromverbrauchs, der sonst im Jahr für Beleuchtung anfällt. Oder man rechnet es auf den Gesamtstromverbrauch um – dann könnte man mit dem Strom für die Weihnachtsbeleuchtung etwa 140.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.

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Man kann aber auch berechnen, wie viel Kraftwerksleistung für diese Zusatzanstrengung nötig ist. Setzt man ein großes Kraftwerk (ob Atom oder nicht) mit 1.000 Megawatt Leistung an, dann müsste das 500 Stunden ununterbrochen unter Volllast laufen, um diese Strommenge zu produzieren. Das sind drei Wochen. Aber die Lichterketten brennen ja nicht rund um die Uhr. Nimmt man an, dass sie nur im Dunkeln eingeschaltet werden, dann benötigen sie – solange sie brennen – tatsächlich etwa die Leistung eines mittleren Atomkraftwerks.

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