Wir betreten jetzt die Abteilung "Hausmittel" – und das bedeutet: Diese Mittel bekämpfen vor allem die Symptome einer Krankheit, nicht ihre Ursachen, und es gibt wenige wirklich wissenschaftliche Untersuchungen dazu. Aber da die streng evidenzbasierte Schulmedizin bis heute den Schnupfen nicht heilen kann, spricht nichts gegen solche Hausmittel, und für warmes Bier spricht tatsächlich einiges.

Zuerst einmal: Jedes warme Getränk lindert Erkältungssymptome, auch heißes Wasser. Beim Bier kommt dazu, dass es müde macht, entspannt und beim Einschlafen hilft. Natürlich sollte man Alkohol nicht regelmäßig als Schlafmittel einsetzen, aber hier ist es erlaubt. Natürlich nur für Erwachsene.

Zudem enthält vor allem der Hopfen im Bier so einiges an ätherischen Ölen und Bitterstoffen, die beruhigend wirken und auch den Schlaf fördern. Sie bekämpfen teilweise sogar Bakterien – wobei die gewöhnliche Erkältung ja zunächst einmal durch Viren und nicht durch Bakterien hervorgerufen wird. Eine japanische Studie behauptet sogar, dass der Bitterstoff Humulon gegen die sogenannten respiratorischen Synzytial-Viren hilft. Aber erstens wurde die Studie von einer Brauerei finanziert, und zweitens müsste man für eine Wirkung etwa zehn Liter Bier trinken.

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Es handelt sich also eher um eine Wohlfühltherapie. Darum darf man, weil warmes Bier bitter schmeckt, durchaus ein paar Löffel Zucker oder Honig hinzufügen.

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