1(3) James Lee Burke: Regengötter
Aus dem Englischen von Daniel Müller; Heyne, 672 S., 16,99 €

Südwesttexas. Massaker an einer Gruppe von Asiatinnen. Der einzige Zeuge wird gehetzt: von den Mördern, dem FBI, seiner Unschlüssigkeit. Sheriff Holland, Veteran auch er, sucht Frieden. Zuvor heißt es: aufräumen. Landschaft, Menschen – so kann das nur James Lee Burke.

2(7) Max Annas: Die Farm
Diaphanes, 192 S., 16,95 €

Eastern Cape, Südafrika. Von 17.32 bis 2.49 Uhr am folgenden Morgen dauert der Beschuss der Farm von Franz Muller. "Ich bin ja kein Rassist." Ein Satz, so sinnvoll wie jeder Schuss, der in dieser Nacht abgefeuert wird. Wer war’s? Warum? Blöde Fragen. Nacktes, kaltes Noir, dieses Debüt.

3(–) Kim Zupan: Die rechte Hand des Teufels
Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger; Knaur, 336 S., 9,99 €

Copper County, irgendwo in Montana. Das Land ist leer und gespickt mit Toten. John Gload sitzt ein, Deputy Val bewacht ihn nachts. Tagsüber ist Prozess gegen den fast 80-jährigen Berufsmörder. Zupan inszeniert ein dunkles Männergespräch, über das Land, die Gewalt, die Vögel und die Einsamkeit.

4(1) Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
Tropen, 348 S., 21,95 €

München/DB-Netz. "Jetzt spürte er, wie sich der Sprung in seiner Schüssel bildete." Kommissar Fallner hat einen Jungen erschossen. Notwehr? Fallner hat Lücken. Ziellos reist er im Zug durch Filme, Ängste, D-Land. Doblers super instrumentierte Alltagssprachkunst weckt Todes- und Lebensgeister.

5(2) Liza Cody: Lady Bag
Aus dem Englischen v. Laudan & Szelinski; Argument Verlag, 320 S., 17,– €

London. Lady Bag und Greyhound Elektra sind aufs Überleben konzentriert. Auf der Straße. Bis ihnen der Teufel begegnet, der schon die Lady ins Unglück gestürzt hat. Macht der Egoist jetzt andere Frauen kaputt? Da muss Lady Bag eingreifen. Liza Cody ist wieder da. Scharf, grotesk, bissig wie je. Jubel!

6(–) Jo Nesbø: Der Sohn
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob;

Ullstein, 528 S., 22,99 €

Oslo. Junkie Sonny hat zwölf Jahre gesessen und zwei Morde auf sich genommen, die er nicht begangen hat. Als er erfährt, dass er getäuscht wurde, wird er zum Rächer, wütet als zeitgenössischer Graf von Monte Christo unter Bullen und Haien, mit einer großherzigen Sozialarbeiterin an seiner Seite.

7(9) Oliver Harris: London Underground
A. d. Engl. v. Gunnar Kwisinski; Blessing, 448 S., 19,99 €

London. DC Belseys Pech: Anomalien wecken seine Neugier. Unvermittelt ist ein Raser von der Bildfläche verschwunden. Belsey forscht in verborgenen unterirdischen Bunkern, gerät in Beton gewordene Paranoia des Kalten Kriegs. Der perfekte intelligente Thriller. Harris, Oliver: Gehört auf den Merkzettel.

8(–) Volker Kutscher: Märzgefallene
Kiepenheuer & Witsch, 608 S., 19,99 €

Berlin/Köln, März 1933. Reichstagsbrand, Wahlen, Frost. Unter der Hochbahn erstochen: ein Veteran. Kommissar Gereon Rath gräbt. Verbrechen des letzten Kriegs, ein Goldschatz, ein völkischer Schriftsteller sind Zutaten dieses Panoramas aus Hitlers ersten Regierungswochen.

9(–) Declan Burke: Absolute Zero Cool
Aus dem Englischen von Robert Brack; Edition Nautilus, 318 S., 18,– €

Irland. Schwächlich: das Ich des Autors. Immer impertinenter: "Billy Karlsson", der im unvollendeten letzten Manuskript des Autors ein Krankenhaus sprengen sollte. Jetzt will "Billy" alles anders: eine neue Biografie, selber Autor sein, einen krimiklischeefreien Roman – und die Macht dazu. Burke ist zu entdecken.

10(–) Andrew Brown: Trost
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 352 S., 14,99 €

Kapstadt. Ausgerechnet Inspector Eberard Februarie, Trinker, soll rausfinden, wer in der Synagoge einen Muslim ausgeweidet hat. Von Judentum versteht er nichts, vom Islam auch nicht. Zwischen den Fronten eines drohenden Religionskriegs spürt er nach Flüchtigem: Wahrheit.