DIE ZEIT: Herr Kühne, würden Sie gern wieder in Hamburg wohnen?

Klaus-Michael Kühne: Sicher! Hamburg ist eine sehr attraktive und sehr schöne Stadt. Aber ich habe mich entschieden, in der Schweiz zu leben, und dabei bleibt es auch.

ZEIT: Sie könnten sich ja theoretisch umentscheiden.

Kühne: Theoretisch ja.

ZEIT: Praktisch nicht?

Kühne: Nein. Ich weiß nicht, warum Sie da so rumbohren.

ZEIT: Weil Sie doch so eine große Liebe zu Hamburg verspüren.

Kühne: Es gibt mehrere Flüge am Tag zwischen Zürich und Hamburg, und ich bin viel unterwegs. Die Welt ist klein geworden. Mir gefällt die Abwechslung. Vielleicht bin ich ein unsteter Geist, der mal hier und mal da sein will.

ZEIT: Wie gefällt Ihnen Hamburg zurzeit?

Kühne: Ich finde, die Stadt ist schöner geworden, lebendiger. Vieles gefällt mir, was sich hier entwickelt hat, gerade die HafenCity. Als wir hier unser Bürohaus gebaut haben, war rundherum Wüste. Viele waren skeptisch, ob die HafenCity jemals etwas wird. Jetzt ist alles zusammengewachsen, und wir sind im Mittelpunkt. Das macht Freude.

ZEIT: Was gefällt Ihnen weniger?

Kühne: Man sollte nicht so viele Fahrradwege einrichten. Das ist ein Albtraum, zumal es auch mein neues Hotel beeinträchtigt, das ich gerade an der Fontenay baue. Der Harvestehuder Weg wird zur Fahrradstraße, man kommt da kaum noch durch. Fahrradfahren ist eine schöne Sache, aber das sollte man eher im Grünen tun.

ZEIT: Bauen Sie sich mit diesem Hotel einen Nebenwohnsitz an der Alster?

Kühne: Das ist absolut nicht der Fall. Natürlich werde ich in dem Hotel auch mal wohnen, aber deshalb baue ich es nicht. Ich habe hier verschiedene Hotels ausprobiert, mir gefiel das Intercontinental am besten. Nicht weil es das schönste war, sondern weil ich dort immer im Alsterpark joggen konnte. Die Lage war besonders. Deshalb zieht es uns an diesen Ort.

Dieser Artikel stammt aus dem Hamburg-Teil der aktuellen ZEIT. Sie finden die Hamburg-Seiten jede Woche auch in der digitalen ZEIT.

ZEIT: Und eine Suite ist immer für Sie reserviert?

Kühne: Nein. Ich gehe auch in ein normales Zimmer, ich bin da nicht sehr anspruchsvoll. Wenn es sich ergibt, wohnen wir auch gern mal in einer Suite. Aber manchmal sind die so groß, dass wir uns da gar nicht so wohlfühlen. Das sagt meine Frau auch immer. Ich bin eher für Bescheidenheit.

ZEIT: Von den Reichen lernt man das Sparen, heißt ein Sprichwort. Stimmt es, dass Sie früher selbst die Post zum nächsten Standort Ihres Konzerns mitgenommen haben?

Kühne: Ja. Aber meistens hat sie jemand anderes mitgenommen. Es gab damals noch keine E-Mails, wir hatten eine Art internen Kurierdienst. Und wenn die anderen die Post mitgenommen haben, habe ich sie auch mitgenommen. So ein paar Umschläge in die Tasche zu stecken ist ja keine große Sache. Aber ich bin tatsächlich sehr sparsam. Ich überlege mir jeden Aufwand, auch kleine, und ärgere mich, wenn Geld umsonst ausgegeben wird.

ZEIT: Macht Ihnen das Sparen Spaß?

Kühne: Optimieren macht mir auf jeden Fall Spaß. Ich bin Perfektionist und versuche überall zu optimieren.