Bodo Ramelow

Im Finale der vorigen Staffel gelang ihm endlich der Aufstieg nach ganz oben: Mit Sozialdemo- kraten und Grünen an seiner Seite ließ sich Bodo Ramelow als erster Linker in der Geschichte des Staates zum Regierungschef küren ... Der raffinierte Politdarsteller Ramelow hat alle um den Finger gewickelt: Seine berüchtigten Wutausbrüche aus den frühen Folgen von " House of Cards Erfurt" brachte er unter Kontrolle, alsbald präsentierte er sich als Staatsmann ... Aber die Geschichte seiner Partei aus den Zeiten, in denen die Ostküste noch eine Kolonie Moskaus war, macht ihm zu schaffen. Und seine Gegner wollen nicht aufgeben: Mike Mohring will Ramelows Kopf, auch Björn Höcke und die Vorgänger Ramelows im Amt des Regierungschefs werden nicht ruhen, ehe der Linke wieder am Boden liegt. Seien Sie dabei, wenn Tankred Schipanski Ramelow in einen verlustreichen Twitter-Krieg verwickelt. Und wenn der Nachbarstaat versucht, Ramelow sogar in den Knast zu bringen! Denn gerade hat Sachsens Justiz erklärt, sie wolle Ramelow für seine Beteiligung an einer Anti-Neonazi-Demo vor fast fünf Jahren nun vor Gericht zerren. Sitzt der Thüringer also bald im Sachsenknast? Und selbst wenn nicht: Kann er sich des Vertrauens seiner Partner sicher sein? Der alles entscheidende Showdown steht an, wenn sich Ramelow und Mohring im Parlament begegnen, wo nur einer der beiden gewinnen kann ...

Matthias Machnig

Dieser Mann kennt keine Skrupel; wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn. Noch in der vergangenen Staffel war Machnig der schneidige Wirtschaftsminister, Bösewicht der Sozialdemokraten, der Mann im Nebel seiner eigenen Zigaretten – und wichtigster Gegenspieler des gewieften Mike Mohring. Dann wollte er die Herrschaft in der Landespartei an sich reißen – und stürzte über eine Affäre! Also zog er sich aus Erfurt zurück. Jedoch hat er einflussreiche Freunde. Wird er den neuen Parteichef Bausewein für seine Zwecke ausnutzen?

Mike Mohring

Er ist der Mann aus dem Schattenreich, der kühle Stratege im Dunkel der Macht. Seine Methoden sind Taktik, Charisma und Verführung. Erleben Sie in den nächsten Folgen Mike Mohring, den größten Spieler in " House of Cards Erfurt" , in seiner neuesten Rolle als Führer der Opposition. Er ist christdemokratischer Abgeordneter des zweiten Distrikts im Weimarer Land, stieg vom einfachen Mitglied zum ersten Mann der Fraktion auf – und arbeitete dann, mithilfe alter Netzwerke, an der Zerstörung der Minister- präsidentin seiner eigenen Partei. Am Ende verlor sie ihr Amt: Nun regiert sie nicht mehr, die CDU liegt in Trümmern – und Mohring bietet sich als Retter an. Eine abgekartete Partie? Fakt ist, er will die Macht – die in der Partei, aber irgendwann auch die im Land. Wird er, um Ramelow zu stürzen, mit dem Teufel paktieren? Noch wiegt sich sein nächstes Opfer in Sicherheit.

Björn Höcke

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT No 51 vom 11.12.2014.

Der skrupellose Fiesling der neuen Episoden. Ein knallharter Hund. Führt im Parlament die Fraktion der erklärten Rebellenpartei AfD an, die das Establishment der Hauptstadt ablehnt. Höcke verachtet die Linken um den neuen Regierungschef Bodo Ramelow. Er versuchte schon am Ende der vorigen Staffel, in letzter Sekunde Ramelows Wahl zu verhindern. Sein Vorhaben scheiterte, nun ist es Höckes Ziel, irgendwann an der Seite der CDU den Regierungschef zu stürzen. Wird es ihm gelingen, den charismatischen Führer der Unionsfraktion Mike Mohring, den er als "jungen Stürmer" bewundert, endgültig auf die dunkle Seite zu ziehen?

Attila

Fürst Dog, Attila the First: Er, Hund Bodo Ramelows, begleitete sein Herrchen auf dem Weg nach oben und soll nun auch in der Staatskanzlei für Ordnung sorgen. Attila, ein Jack-Russel- Terrier, zog sich im aufreibenden Wahlkampf einen Bandscheibenvorfall zu, gilt aber als kuriert. Für den Regierungschef ist er wichtig! Als Einziger in der Thüringer Linkspartei, der sich noch nicht zweideutig zu DDR-Erbe und außenpolitischen Fragen geäußert hat, gilt Attila als auch für Tankred Schipanski durchaus wählbar.

Christoph Matschie

Dem Mann, der vorerst als Verlierer dasteht, könnte ein spektakuläres Comeback gelingen! Zu Beginn der vorigen Staffel schmiedete Matschie, damals noch Anführer der Sozial- demokraten, einen Bund mit Christine Lieberknecht, verhalf ihr so ins Amt der Regierungschefin. Er selbst wurde Schulminister. Dann verlor seine Partei die Wahl, Andreas Bausewein entriss Matschie den Parteivorsitz – und die SPD schloss sich Bodo Ramelow an, obwohl Matschie das nie wollte ... Würde Matschie SPD-Fraktionschef, hätte er eine neue Schlüsselposition. Eine, die Rache ermöglicht.

Die Ex- Premiers

Von den Verführungen der Macht können die Ex- Regierungschefs Bernhard Vogel und Christine Lieberknecht nicht lassen: Sie sehen sich um die Früchte ihrer Arbeit gebracht – dass Ramelow im Land herrscht, verwinden sie nur schwer. Sinnen sie auf Rache für ihren christdemokratischen Parteiclan? Um wenigstens diesen zu retten, müssen sie Mike Mohring von der AfD fernhalten. Ein Höllenjob!