Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Kalorien: Trockene Nudeln sind zum allergrößten Teil Kohlenhydrate, 100 Gramm enthalten etwa 360 Kilokalorien. Beim Kochen saugt die Pasta (kalorienfreies) Wasser auf, und zwar bis zum Doppelten ihres Eigengewichts. Der Kaloriengehalt pro 100 Gramm sinkt auf rund ein Drittel, und je pappiger man die Nudeln kocht, umso geringer wird dieser Wert.

Nach dieser Rechnung würden die al dente gekochten Nudeln also eher dick machen. Im Alltag kocht man aber meist eine bestimmte Menge und isst diese dann auf – unabhängig von der Konsistenz. Allerdings darf man dabei nicht vergessen: Je härter die Nudeln sind, desto mehr muss man sie kauen. Und kräftiges Kauen verlangsamt die Nahrungsaufnahme, der Sättigungseffekt tritt also schon nach einer geringeren Menge ein.

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Und es gibt auch einen Unterschied bei der Verdauung. Die Stärke in den Nudeln verändert sich: Saugt sie Wasser auf und wird erhitzt, "verkleistert" sie zunehmend. Dann kann der Körper sie schneller in Zucker zerlegen, die ins Blut gehen. Daher lassen pappige Nudeln den Blutzuckerwert steiler ansteigen, entsprechend kräftiger schüttet der Körper Insulin aus. Das halten Ernährungswissenschaftler – nicht nur bei Diabetikern – für ungesund. Al dente gekochte Nudeln zerlegt der Körper hingegen langsamer. So ist es möglich, dass ein Teil der Stärke den Körper unverdaut passiert, quasi als Ballaststoff wirkt. Und was wir nicht verdauen, das kann uns auch nicht dick machen.

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