Wer spielt wann gegen wen?

FSV Mainz 05 – TSG Hoffenheim (Freitag, 20.30 Uhr)
VfL Wolfsburg – Hertha BSC
SV Darmstadt 98 – FC Bayern München
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach
Werder Bremen – FC Ingolstadt (alle Samstag, 15.30 Uhr)
VfB Stuttgart – FC Schalke 04 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen
FC Augsburg – Hannover 96 (beide Sonntag, 17.30 Uhr)


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leverkusen, Tuchels erstes Spiel. Der BVB ist Tabellenführer, hat alle zehn Partien in drei Wettbewerben gewonnen. Und Matthias Ginter wird zum Flankengott. Dessen Bilanz: vier Torvorlagen, zwei Tore. Beim 2:1 im Europapokal gegen Krasnodar war er an beiden beteiligt (über Ginters Szene vor dem 0:1 kann Herr Löw da gerne mal hinwegsehen). Doch richtig los geht die Saison für Dortmund erst jetzt. Bislang waren die Gegner leichte Nahrung. Vorige Woche zum Beispiel beschenkte Hannovers Felipe Tuchels Diätgruppe mit kalorienarmer Kost. Davor gab es Gemüse aus Gladbach, Ingolstadt und Berlin.

Aber jetzt kommt Leverkusen. Bayers Schnäppchen aus dem Sommerschlussverkauf machten beim Champions-League-Auftakt gegen BATE Borissow richtig Spaß. Kevin Kampl, der erste Neue, passte auf das Erbschen Chicharito, den zweiten Neuen – Tor. Überhaupt, Kampl gefiel. Dortmund war froh, ihn losgeworden zu sein. Nun haben sie ihn für 90 Minuten wieder an der Backe. Und sogar auf der richtigen Position. "Kevin ist kein Außenspieler, da wurde er in Dortmund eingesetzt", sagt der Auskenner Roger Schmidt, der Kampl aus Salzburg schätzt. "Dass er als Spielgestalter ein Spiel ankurbeln kann, war mir klar." Ein kleiner Gruß an Jürgen Klopp und den BVB, wo Kampl das eine oder andere Mal über das Tor schoss. Am Sonntag könnte sich zeigen, wie viel Gewicht in Tuchel tatsächlich steckt. Gegen Bayer muss er auf die Waage.


Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Köln gegen Gladbach. Den Borussen drückt im Europacup ja eigentlich alle Welt, von Köln abgesehen, die Daumen. Aber unter der Woche hinterließen sie den Eindruck, dass sie der Champions League so wenig gewachsen sind wie ihre Abwehrspieler den flinkeren Gegnern. Die Gladbacher traten, stocherten, griffen nach dem Ball, aber wo sie ihn vermuteten, war er längst nicht mehr. Sondern das Stürmerbein. Dreimal Elfmeter. Das ist das Gladbacher Problem: Je mehr Leute im Strafraum rumstehen, desto mehr können Strafstöße verursachen.

Und dann werden noch 1.800 Plätze im Kölner Stadion leer bleiben. Ein Teil der Gladbacher Fans boykottiert nämlich das Spiel wegen der Sicherheitsauflagen und der FC darf die Karten nicht weiterverkaufen. Weil in der Vorsaison Kölner Halbstarke vermummt das Feld stürmten, bestand der DFB darauf, dass sich Zuschauer beim Kartenkauf namentlich registrieren. Dabei hatten sich die Gladbacher gar nichts zuschulden kommen lassen. Die Kölner Fans wollen nun auf Fahnen und Support verzichten. Ein bisschen aus Solidarität mit den Lokalrivalen. Noch mehr, um dem DFB, dem "Feind der Fan-Kultur", ein Signal zu geben.


Wer steht im Blickpunkt?

Die Flüchtlinge. Wohlmeinend könnte man sagen, dass ihnen dank der Bild-Zeitung die volle Aufmerksamkeit zuteil wird. Am Wochenende sollten ursprünglich alle 36 Vereine der Bundesligen auf ihren Ärmeln die Aufschrift "Wir helfen" tragen – plus das Bild-Logo. Manche Strenggesinnte hielten bereits diesen Plan aus dem Hause Springer für Heuchelei, weil sich die Zeitung in den vergangenen Jahrzehnten nicht gerade die allergrößten Verdienste im Kampf für Menschenrechte erworben hat. Der FC St. Pauli, der sich nicht erst seit gestern für Flüchtlinge einsetzt, sah das wohl so und teilte dem Blatt in einem Brief mit, bei der Aktion nicht mitzumachen. Daraufhin disste der Troll, der bei Bild der Chefredakteur ist, den Verein: "Kein Herz für Flüchtlinge. Schade eigentlich, St. Pauli." Soll wohl heißen: Wer Bild nicht unterstützt, ist gegen Flüchtlinge. Eine Entlarvung.

In der Zweiten Liga haben sich inzwischen andere Vereine distanziert, etwa Union Berlin, Freiburg, Nürnberg, Bochum und Duisburg. Auch Darmstadt 98 hegt "Vorbehalte gegen den Aktionsträger", Hannover 96 sieht das ähnlich. Fans aus anderen Städten fordern ebenfalls Boykotte. Tenor: Über der Aktion liegt ein Schatten. Spricht man mit Leuten von der Bild, ist Scham rauszuhören. Das war wohl ein Alleingang vom Chef, offenbar hat er tatsächlich nicht gewusst, was für ein Club St. Pauli ist. Inzwischen hat er aufgehört zu meckern.

Es gibt sogar eine weitere Aktion, an der Bild und auch der FC Bayern beteiligt ist, die Fragen aufwirft: FanRun, ein Lauf ins Münchner Stadion im Oktober. Die Gebühr beträgt rund 30 Euro. Wohin das Geld fließt, ist aber nicht klar. Der Blogger Frank Helmschrott hat das aufgedeckt. Im Fußball nennt man das ein Eigentor. Es geht bloß um PR. Es geht um das alte Spiel: Tue Gutes und rede darüber! Es geht um den recht deutschen Wettkampf: Wer hilft mehr? Wer ist moralisch wertvoller? Wer ist der bessere Mensch, der Edlere? Herzlich willkommen in Deutschland, liebe Flüchtlinge. Ein Diekmann ist aber als Begrüßung vermutlich immer noch besser als Haft und Tränengas.