1(1) James Lee Burke: Regengötter
Aus dem Englischen von Daniel Müller; Heyne, 672 S., 16,99 €.

Südwesttexas. Massaker an einer Gruppe von Asiatinnen. Der einzige Zeuge wird gehetzt: von den Mördern, dem FBI, seiner Unschlüssigkeit. Sheriff Holland, Veteran auch er, sucht Frieden. Zuvor heißt es: aufräumen. Landschaft, Menschen – so kann das nur James Lee Burke.

2(–) Denise Mina: Das Vergessen
Aus dem Englischen von Heike Schlatterer; Heyne, 352 S., 9,99 €.

Glasgow. Heimkind Rose, 14, ersticht in Panik ihre Bedränger. 15 Jahre später: fast alles vergessen. Bis DI Alex Morrow am Tatort eines Mordes Fingerabdrücke entdeckt, die dort nicht sein können. Komplex, düster, tragisch: So einfühlsam kalt wurden selten Korruption, Schuld und etwas weniger Schuld seziert.

3(3) Kim Zupan: Die rechte Hand des Teufels
Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger; Knaur, 336 S., 9,99 €.

Copper County, irgendwo in Montana. Das Land ist leer und gespickt mit Toten. John Gload sitzt ein, Deputy Val bewacht ihn nachts. Tagsüber ist Prozess gegen den fast 80-jährigen Berufsmörder. Zupan inszeniert ein dunkles Männergespräch, über das Land, die Gewalt, die Vögel und die Einsamkeit.

4(2) Max Annas: Die Farm
Diaphanes, 192 S., 16,95 €.

Eastern Cape, Südafrika. Von 17.32 bis 2.49 Uhr am folgenden Morgen dauert der Beschuss der Farm von Franz Muller. "Ich bin ja kein Rassist." Ein Satz, so sinnvoll wie jeder Schuss, der in dieser Nacht abgefeuert wird. Wer war’s? Warum? Blöde Fragen. Nacktes, kaltes Noir, dieses Debüt.

5(8) Volker Kutscher: Märzgefallene
Kiepenheuer & Witsch, 608 S., 19,99 €.

Berlin/Köln, März 1933. Reichstagsbrand, Wahlen, Frost. Unter der Hochbahn erstochen: ein Veteran. Kommissar Gereon Rath gräbt. Verbrechen des letzten Kriegs, ein Goldschatz, ein völkischer Schriftsteller sind Zutaten dieses Panoramas aus Hitlers ersten Regierungswochen.

6(4) Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
Tropen, 348 S., 21,95 €.

München/DB-Netz. "Jetzt spürte er, wie sich der Sprung in seiner Schüssel bildete." Kommissar Fallner hat einen Jungen erschossen. Notwehr? Fallner hat Lücken. Ziellos reist er im Zug durch Filme, Ängste, D-Land. Doblers super instrumentierte Alltagssprachkunst weckt Todes- und Lebensgeister.

7(10) Andrew Brown: Trost
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 352 S., 14,99 €.

Kapstadt. Ausgerechnet Inspector Eberard Februarie, Trinker, soll rausfinden, wer in der Synagoge einen Muslim ausgeweidet hat. Vom Judentum versteht er nichts, vom Islam auch nicht. Zwischen den Fronten eines drohenden Religionskriegs spürt er nach Flüchtigem: Wahrheit.

8(7) Oliver Harris: London Underground
Aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski; Blessing, 448 S., 19,99 €.

London. DC Belseys Pech: Anomalien wecken seine Neugier. Unvermittelt ist ein Raser von der Bildfläche verschwunden. Belsey forscht in verborgenen unterirdischen Bunkern, gerät in Beton gewordene Paranoia des Kalten Kriegs. Der perfekte intelligente Thriller. Harris, Oliver: gehört auf den Merkzettel.

9(6) Jo Nesbø: Der Sohn
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob; Ullstein, 528 S., 22,99 €.

Oslo. Junkie Sonny hat zwölf Jahre gesessen und zwei Morde auf sich genommen, die er nicht begangen hat. Als er erfährt, dass er getäuscht wurde, wird er zum Rächer, wütet als zeitgenössischer Graf von Monte Christo unter Bullen und Haien, mit einer großherzigen Sozialarbeiterin an seiner Seite.

10(–) Nathan Larson: Boogie Man
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf; Penser Pulp bei diaphanes, 286 S., 14,99 €.

New York. Im zweiten Band der Postapokalypse-Saga gerät Dewey Decimal mit dem "Jesus liebt dich"-Soziopathen Senator Howard und seinem Kumpel, dem Polizeichef, in Clinch. Dewey buddelt im Schutt des 2/14 untergegangenen Manhattan nach Beweisen gegen den Mörder einer Koreanerin. Schwarzer Taumel.