Drei Monate lang sind die Autorin Astrid Rosenfeld und der Fotograf Johannes Paul Spengler von New York nach New Mexico gereist – von Tankstelle zu Tankstelle, von Bar zu Bar, von Zimmer zu Zimmer. Unterwegs haben sie alles in Wort und Bild festgehalten, was ihnen amerikanisch erschien. Die Absteigen am Straßenrand sind nicht immer komfortabel, wie etwa in Gibsonton, Florida: "Das Zimmer ist heruntergekommen – egal. Das Fenster ist kaputt – nicht weiter schlimm. Die Toilette ist auch kaputt – das stört immens." Aber ein anderes Zimmer gibt es nicht für die beiden, und als sie den Wirt fragen, ob er ihnen ein Taxi rufen könne, sagt er: "Leider ist das Telefon kaputt, leider." Alles ist irgendwie kaputt auf dieser Reise, sogar der Mercedes. Am kaputtesten aber sind die Menschen. Im Riverside Hotel am Mississippi empfängt der Hotelbesitzer auf der Couch eines "grenzenlos überheizten" Wohnzimmers – "Kekse, Orangen, Fernbedienung, Cola, Gewehr, alles in Reichweite". Hier haben B. B. King, Bo Diddley, Muddy Waters geschlafen, Ike Turner blieb sechs Monate, erzählt der Wirt. Rosenfeld und Spengler aber müssen weiter, sie sind auf der Suche nach Worten und Bildern. Und wo immer sie suchen, in New York, Pennsylvania, Tennessee, New Orleans, Texas oder New Mexico, überall begegnen sie dem amerikanischen Klischee: einem Land, das keine Illusionen mehr hat, dessen Menschen ihre Träume verloren haben. Dennoch, vielleicht gerade deshalb, lässt sich der Leser gerne mitnehmen auf diese Reise.