Fast 300 Anbieter für den Master of Business Administration (MBA) gibt es in Deutschland. International ist der Markt schwer zu durchschauen. Woran man gute Schulen erkennt, warum Ranglisten nicht so wichtig sind und die Fachhochschule um die Ecke manchmal besser passt als die London Business School – wir haben einige Entscheidungshilfen zusammengestellt.

Was sagen Ranglisten aus?

Detlev Kran ist Unternehmensberater in Brühl bei Bonn und Autor des Handbuchs Der MBA- und Master-Guide. Er kritisiert Ranglisten, wie sie die Financial Times und das Magazin Businessweek veröffentlichen: "Je nachdem, welche Kriterien angelegt werden, variieren die Ergebnisse teils erheblich." Nur Anbieter, die in mehreren Rankings dauerhaft gut abschneiden, können als Top-Hochschulen gelten. Kran zufolge gehören nur vier Business Schools aus dem deutschsprachigen Raum dazu: die Universität Mannheim, die European School of Management and Technology in Berlin, die Universität St. Gallen und das International Institute for Management Development in Lausanne. Trotzdem könnten auch wenig bekannte Institute eine gute Wahl sein: "Manche Mittelständler würden nie jemanden von einer Top-Business-School einstellen, weil der nicht zu ihrer Firmenkultur passt."

Woran erkennt man unseriöse Anbieter?

Ein MBA-Studium sollte einen Hochschulabschluss voraussetzen und mindestens ein Jahr beziehungsweise 1.200 Arbeitsstunden umfassen. So steht es in den Richtlinien der European Foundation for Management Development, einer internationalen Organisation in Brüssel, die sich mit der Bewertung von Business Schools befasst.

Auf der Seite www.hochschulkompass.de lässt sich überprüfen, ob ein Anbieter staatlich anerkannt ist. Ausländische Institute müssen in der Datenbank Anabin der Kultusministerkonferenz mit "H+" gelistet sein. Nur dann darf der Titel geführt werden.

International spielen die Gütesiegel AACSB International, EFMD (EQUIS) und AMBA eine große Rolle, die von Hochschul- und Unternehmensverbänden vergeben werden. Doch Vorsicht: Manche Anbieter werben mit einer Mitgliedschaft in einer Akkreditierungsagentur, was nicht heißt, dass ihre Programme auch das Siegel tragen dürfen. In Deutschland haben nur wenige Business Schools ein internationales Gütesiegel, allein die Universität Mannheim besitzt alle drei. Gewarnt sei auch vor sogenannten Titelmühlen, die Zeugnisse gegen Geld ausstellen: Wer einen falschen Titel führt, dem droht eine Haft von bis zu einem Jahr.

Vollzeit studieren oder nach Feierabend?

Viele Studenten entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Teilzeitprogramm. Das bringt Vorteile, sagt der selbstständige Karriereberater Frank Müller aus Kunreuth bei Erlangen, der gerade über den europäischen MBA-Markt promoviert. "Beim berufsbegleitenden Studium lernt man von den Branchenerfahrungen der Kommilitonen." Viele Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter. Die Deutsche Bank zum Beispiel zahlt Zuschüsse oder gewährt zusätzliche freie Tage. Eine Sonderform des Managementstudiums ist der Executive MBA für Führungskräfte, die schon einige Jahre auf einer höheren Ebene gearbeitet haben.

Fernstudiengänge sollte man sich genau anschauen, rät Frank Müller. "Es sollte immer Präsenzphasen geben, damit man sich austauschen kann. Einige Universitäten bieten sogar Rollenspiele über das Internet an." Bei vielen Arbeitgebern komme ein Teilzeit- oder Fern-MBA gut an, sagt Sörge Drosten, Geschäftsführer der Strategieberatung Kienbaum in Gummersbach nahe Köln. "Wer das neben der Arbeit bewältigt, zeigt seine Leistungsfähigkeit."

Wer nicht auf das Verständnis seines Arbeitgebers rechnen kann oder familiär stark beansprucht ist, nimmt besser eine Auszeit, um zu studieren.