Regenwasser ist sehr reines Wasser. Und Wasser ist geruchlos. Erste Antwort also: Nein, den Regen selbst kann man nicht riechen. Aber wir alle kennen den herrlichen Duft, der die Luft erfüllt, wenn nach einer langen Trockenperiode der erste Regen fällt. Der Geruch hat sogar einen Namen: Petrichor, gebildet aus den griechischen Wörtern für "Stein" und "Flüssigkeit, die in den Adern der Götter fließt". Woher kommt der göttliche Duft?

Im Jahr 1962 schrieben zwei australische Forscher in Nature über den Regenduft, der in Indien eingefangen und unter dem Namen matti ka attar als "Erdparfum" verkauft wird. Als Quelle identifizierten sie ein Öl, das manche Pflanzen während der Trockenheit absondern und das bei Regen freigesetzt wird. Sicherlich ist das nicht die einzige Komponente – andere Veröffentlichungen haben die Sporen von Actinobakterien im Verdacht. Nach einem Gewitter kommt noch der "saubere" Geruch von frisch gebildetem Ozon hinzu.

Aber wie gelangen die Aromastoffe in die Luft? Das haben Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun per Highspeedkamera herausgefunden:

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Fallen Regentropfen auf eine poröse Oberfläche, dann schließen sie winzige Luftbläschen ein. Die perlen wie in einem Sektglas nach oben, und wenn sie platzen, reißen sie kleine Tröpfchen, sogenannte Aerosole, mit sich. In diesen flugfähigen Tröpfchen steckt das Petrichor – aber auch so manches böse Bakterium, das sich auf diese Weise verbreitet.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio