DIE ZEIT: Frau Hoelzel, wer bestimmt eigentlich, wie die Schweiz gebaut wird?

Fabienne Hoelzel: Viele. Politik, Behörden, Grundstückseigentümer, Wirtschaft, Banken über ihre Hypothekarvergaben und natürlich das Stimmvolk, welches in den letzten Jahren vermutlich weniger "berechenbar" abgestimmt hat. Es stellt sich allerdings in vielen Regionen die Frage: Entwickeln wir in der Schweiz überhaupt Städte, oder bauen wir einfach immer mehr Immobilien immer enger aneinander?

ZEIT: Und wie lautet Ihre Antwort?

Hoelzel: Weltweit spielt der Privatsektor in der Stadtentwicklung eine immer größere Rolle. In der Schweiz sind die Immobilienentwickler professioneller geworden – und haben sich zu mächtigen Playern entwickelt.

Dieser Artikel stammt aus der Schweiz-Ausgabe der aktuellen ZEIT. Sie finden die Schweiz-Seiten jede Woche auch in der digitalen ZEIT.

ZEIT: Geld baut also die Schweiz?

Hoelzel: Das Eigentum steht bei uns an höchster Stelle. Entsprechend zersplittert sind in der Schweiz die Eigentumsverhältnisse. Und je mehr Land in privater Hand ist, desto schwieriger wird es, die Städte oder Agglomerationen zu gestalten.

ZEIT: Was tun?

Hoelzel: Stadtplanung setzt eingängige und gemeinsame Geschichten voraus, die man immer und immer und immer wieder erzählen muss. Sich also mit allen Beteiligten an viele Runde Tisch setzen, die Grundstücksbesitzer davon überzeugen, dass sie selber von einer guten Planung profitieren. Dass diese langfristig den Wert ihrer Immobilie steigern wird, auch wenn sie kurzfristig etwas mehr kostet.

ZEIT: Wie lautet die Geschichte, die man in der Schweiz erzählt?

Hoelzel: Die Siedlungsentwicklung nach innen.