In die deutsche Sprache ist jüngst ein Wort eingewandert, das sich aus Vertrautem zusammensetzt und doch fremd klingt: Bio-Deutsche. Wieso auch nicht, es sind ja auch schon Schwedenhappen eingewandert. Mir ist nur noch nicht so ganz klar, wer oder was das sein soll, diese Bio-Deutschen. Ich dachte, damit seien jene Grünen-Wähler gemeint, die im Bioladen rechtsdrehenden Joghurt aus Gewissensgründen liegen lassen, mit probiotischen Schwedenhappen freie Radikale bekämpfen und am Wochenende die deutsche Geschichte so lange kompostieren, bis Gutes dabei rauskommt, also Menschen wie Cem Özdemir. Aber das stimmt nur zum Teil.

Der Bio-Deutsche ist jedenfalls nicht, wie man denken könnte, die Antwort der TTIP-Gegner auf den Chlor-Amerikaner und den Gen-Kanadier. Und auch nicht auf den Kosakenzipfel.

Der zweite Teil des Bio-Deutschen ist, wie ich inzwischen gelernt habe, der Gegenentwurf zum MiMiMi. Und der MiMiMi wiederum ist der Mitbürger mit Migrationshintergrund. Beim MiMiMi kommen am Ende aber auch Menschen wie Cem Özdemir raus. Und weil Cem Özdemir gleich Cem Özdemir ist, ist Original gleich Gegenentwurf. Ergo: Bio-Deutscher ist MiMiMi, und MiMiMi ist Bio-Deutscher. Was zu beweisen war.