Als ich neulich auf einem Fantreffen von BibisBeautyPalace war, fragte mich ein Sicherheitsmann, wer diese Bibi überhaupt sei. Offenbar hatte er keine Ahnung, warum tausend kreischende Mädchen um ihn herum standen – ein bisschen so wie meine Eltern. Für alle Eltern, die das gerade lesen: Bibi (auch oben zu sehen) macht witzige Videos mit ihrem Freund, oft geht es um Wettbewerbe. Sie muss zum Beispiel zehn Arten von Freunden imitieren. Damit bringt sie mich und viele andere zum Lachen.

Was ich an Bibi toll finde und warum Kinder so gern und so viel YouTube gucken, kapieren Eltern einfach nicht. Sie finden es Zeitverschwendung, dass wir uns fremde Leute im Internet anschauen. Sie verstehen auch nicht, warum man zu einem Fantreffen von Bibi geht. Dort steht man vier Stunden rum, um Bibi einmal zu sehen und ein Foto mit ihr zu bekommen. Ich finde so ein Foto aber cool.

Vielleicht können unsere Eltern den ganzen YouTube-Hype aber auch gar nicht verstehen. Als sie so alt waren wie ich, gab es noch kein Internet, und von YouTube wollen wir mal gar nicht sprechen. Ich finde es großartig, dass jeder dort etwas finden kann, was ihn interessiert. Leute, die viel zocken, schauen sich Let’s Play-Videos an, in denen sich jemand filmt, wie er ein Computerspiel spielt. Und ich mag gern Beauty- und Fashion-Videos.

Ein großes Problem ist auch, dass Eltern unseren Humor nicht verstehen. Meine Eltern fanden zum Beispiel die "Extrem-Dreh-Challenge" von Bibi total gestellt. Bibi und Julian haben sich auf einem Drehstuhl gedreht, sind natürlich hingefallen und haben ganz viele Sachen umgeschmissen. Ich habe gelacht.

Meine Eltern verstehen auch nicht, dass ich mir jeden Tag ein Vlog von LifeWithMelina angucke, in dem Melina ihren Tag filmt. Es ist einfach total interessant, in das Leben eines YouTubers reinzugucken. Viele träumen davon, auch einmal YouTube-Filme zu machen. Genau davor haben Eltern natürlich auch Angst: dass wir selbst im Internet auftauchen und "Hater" uns dann angreifen, wir Opfer von Cybermobbing werden.

Meine Eltern müssen sich darüber keine Sorgen mache, ich möchte kein YouTube-Star werden. Weil ich keine Lust auf Hater hätte, aber auch weil YouTuber viel Arbeit haben. Man muss ständig neu drehen, wenn das Licht nicht richtig war oder man sich versprochen hat. Es ist ja ein richtiger Job, gute Videos zu machen. Viele Leute verdienen damit ja sogar Geld. Auch das können sich Erwachsene nicht vorstellen. Sie sagen: "Das sind doch nur Leute, die sich vor die Kamera setzen und ein bisschen sprechen."

Wie wichtig es ist, dass Erwachsene das bald begreifen, hab ich auf dem Bibi-Fantreffen gemerkt. Da waren statt der 5.000 erwarteten Fans 12.000. Überall war Gedrängel, und es war total chaotisch. Jeder wollte ein Foto, ein Autogramm und eine Umarmung. Fantreffen müssen viel besser geplant werden – und das ist die Aufgabe der Erwachsenen. Es ist echt an der Zeit, dass sie verstehen, was für eine große Community YouTube ist!

Alina, 15 Jahre, hat außer YouTube auch noch andere Hobbys, zum Beispiel Tennis.