"Das Alter ist ein Massaker", so lautet ein Satz von dem Schriftsteller Philip Roth (82). Vielleicht nicht immer. Ein Leser machte mich auf Egon Zürrer aufmerksam, einen 94-jährigen Schweizer, der an einem Sudoku-Lösungsprogramm arbeitet und sich in einem Forum dazu austauscht. Als Antidot zum Altern empfehlenswert ist auch die Philosophie, schließlich sprühen die Philosophen bis ins hohe Alter vor geistiger Klarheit und werden schon einmal wie Demokrit über 100 Jahre alt.

Sollten Sie allerdings weder zu Computern noch zum Philosophieren Neigung verspüren – wie wär’s mit Schach?

Der ungarische Großmeister Andor Lilienthal, der noch im hohen Alter zusammen mit mir in Wien die Partien von Karpow, Kramnik und Co. mit wachem Blick kommentierte, wurde 99 Jahre alt. Der älteste lebende Großmeister Juri Awerbach (siehe Nr. 2/15) ist 93 und unterrichtet nach wie vor Kinder in Moskau. Mark Taimanow (89), einst ein Weltklassespieler und gefeierter Pianist zugleich, eröffnete letztes Jahr in St. Petersburg in Anwesenheit des Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees Russlands, Alexander Schukow, die Mark-Taimanow-Schachschule unter anderem mit dem Satz: "Ich möchte etwas davon zurückgeben, was ich 1937 als Elfjähriger in der Botwinnik-Schachschule gelernt habe."

Doch das letzte Wort soll ein noch deutlich jüngeres Talent haben. Mit welcher Kombination setzte der 77-jährige Ungar Lajos Portisch als Weißer am Zug bei den Zalakaros Open 2014 seinen Gegner Mate Bagi (geboren 1995) in fünf Zügen matt?

Lösung aus Nr. 11:

Wie konnte Weiß unter Opfern die schwarze Königsfestung erobern? 1.Lc3! lockte den Springer weg: 1...Sxc3 (auch 1...Dxc3 2.Lxg6! hätte verwickelt gewonnen). Nach 2.Df6+ Kg8 3.Lxg6! fxg6 4.Dxg6+ Kf8 5.Df6+ gab Schwarz wegen 5...Ke8 6.Tg3 auf