Wer seine Kinder in Deutschland zur Schule schickt, hat offenbar Grund zur Kritik. Eltern berichten von schimmligen Wänden, stinkenden Toiletten, bröckelndem Putz und Pausenhöfen, die so marode sind, dass Kinder beim Spielen stürzen und sich die Knochen brechen.

Wie gut ist die Schule Ihrer Kinder? Das hatten ZEIT ONLINE und die ZEIT Mitte März gefragt und einen detaillierten Fragebogen ins Netz gestellt: zur Bausubstanz, zur Klassengröße, zum Unterricht. Mehr als 2000 Eltern haben bislang geantwortet. Viele berichten von Mängeln. Fast die Hälfte derer, die uns geschrieben haben, geben an, die Schule ihrer Kinder sei renovierungsbedürftig. Vierzig Prozent sagen, im Unterricht würde nicht mit Computern gearbeitet.

Wir haben aber nicht nur nach Mängeln gefragt, sondern auch danach was Eltern an den Schulen ihrer Kinder besonders gut finden. "Die stellvertretende Direktorin", antwortete einer. Sie habe "eine wundervolle Gabe, die Kinder individuell einzuschätzen". Rund ein Viertel der Befragten erklärte, die Schule ihrer Kinder sei insgesamt "gut" ausgestattet, etwas mehr als vierzig Prozent bewertete die Ausstattung als "eher gut". Deutlich weniger fanden, die Ausstattung der Schule sei "eher schlecht" oder "schlecht" (siehe Grafik).

Wie gut eine Schule ist, entscheidet sich nicht unbedingt am Zustand ihrer Gebäude und der technischen Ausstattung – auch das machen die Zuschriften klar.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 14 vom 1.4.2015.

Viele Eltern klagen über frustrierte, ausgebrannte und empathielose Lehrer. Andere kritisierten konkrete Lehrmethoden. Mehrere schrieben sogar, ihre Kinder seien in der Schule nicht vor Gewalt geschützt.

Schulpolitiker wird das vermutlich beunruhigen. Nicht nur, weil die Antworten den großen Investitionsbedarf zeigen, der vielerorts herrscht. Sie lassen auch vermuten, dass Geld allein, ob für Gebäude, bessere Arbeitsbedingungen oder eine gute Ausbildung der Lehrer, nicht alle Schwierigkeiten lösen kann. Wer wirksam investieren will, muss das möglichst gezielt tun – und genau wissen, wo es an den Schulen hakt. Deshalb läuft unsere Fragebogen-Aktion weiter. Wir halten Sie auf dem Laufenden.