Im offenen Ozean laufen Wellen in alle möglichen Richtungen – je nachdem, woher der Wind weht. An Steilküsten ist das nicht viel anders. Aber wenn die Wellen einen flachen Strand erreichen, dann sind sie fast immer sauber parallel zur Küste ausgerichtet.

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Woran das liegt? Jedenfalls nicht am Wind, der oft, aber nicht immer auf die Küste zuweht. Vielmehr handelt es sich um ein Brechungsphänomen, wie man es ähnlich auch bei optischen Wellen beobachten kann. Im flachen Wasser werden (aus komplizierten physikalischen Gründen) Meereswellen langsamer. Ihre Energie geht dabei aber nicht verloren, vielmehr wird sie umgewandelt: Die Wellen gewinnen an Höhe – daher die Brecher am Strand.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 22 vom 28.5.2015.

Kommt nun eine Welle schräg auf die Küste zugelaufen, dann verlangsamt sie sich auf der Seite, die dem Strand näher ist. Im tieferen Wasser behält sie unvermindert ihre Geschwindigkeit. Dadurch dreht sich die Front des Wasserberges langsam – und zwar so lange, bis die Welle frontal auf die Küste zuläuft.

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