Jackson C. Frank einen Pechvogel zu nennen wäre untertrieben. Er war ein Hiob des modernen Folkgesangs. Bereits im Alter von elf Jahren suchte das Schicksal ihn in Form eines Ofens heim, der im Klassenzimmer explodierte, wodurch 50 Prozent seiner Haut verbrannten, und das war nur der Auftakt zu einer Serie von Hammerschlägen, die das Schicksal auf ihn niedersausen ließ. Dabei sind seine Fähigkeiten an der Gitarre unverkennbar: Während seines Krankenhausaufenthaltes hatte er sich eine filigrane, vom Picking schwarzer Bluessänger beeinflusste Technik angeeignet.

Ein Versicherungsscheck von 110.000 Dollar setzte ihn in die Lage, nach England zu reisen, wo er 1965 sein erstes und einziges Album Jackson C. Frank aufnahm. Wer die zehn Stücke heute wiederhört, versteht noch ein halbes Jahrhundert später, warum Frank seinerzeit in der britischen Folkszene höher gehandelt wurde als sein Landsmann Paul Simon, der das Album produziert hatte: Stücke wie Milk And Honey, You Never Wanted Me, allen voran Blues Runs The Game stehen Simons frühen Kompositionen in nichts nach.

Allerdings ist der Grundton zugleich auf so ausweglose Weise pessimistisch, dass es einen fröstelt. "Wherever I have gone the blues are all the same" – die Zeile sollte eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden. In die USA zurückgekehrt, starb sein Sohn an Mukoviszidose, seine Ehe scheiterte, Frank verfiel in Depressionen, strandete auf den Straßen New Yorks, wurde zuletzt sogar von einer verirrten Pistolenkugel getroffen, die sein linkes Auge erblinden ließ. Die Wiederentdeckung durch freundliche Fans hat ihm nichts mehr genützt. Am 3. März 1999 ist er mittellos verstorben.