Frauen, die eine Berghütte leiten, unterscheiden sich zumindest in einem Punkt deutlich von ihren männlichen Kollegen: Wenn ein Hüttenwart über seine Arbeit berichtet, dann oft im "Weißt du noch"-Ton über spektakuläre Schneestürme und vermisste Wanderer. Die zwölf Schweizer Hüttenwartinnen dagegen, die die Journalistin Daniela Schwegler porträtiert hat, verweben die Arbeit im Gebirge mit Reflexionen über ihre Biografie. Einige waren zuvor Lehrerinnen, andere Architektin oder Kosmetikerin, eine sogar eine Pionierin der Frauenbewegung. Der Job als Hüttenwartin war für fast alle der Aufbruch in ein neues Leben. Die Frauen zwischen 32 und 79 Jahren erzählen über wenig Schlaf und die Einsamkeit, wenn es tagelang regnet und kein Gast kommt. Vor allem aber über ein grandioses Gefühl von Freiheit und das Glück, jeden Morgen in berauschend schönen Landschaften aufzuwachen. Die Texte werden ergänzt von feinfühligen Fotos, die den Alltag zwischen rauen Felsen und holzgetäfelten Stuben zeigen. Selbst wer sonst nie wandert, bekommt Lust, die Stiefel zu schnüren und loszulaufen – allein, um diese toughen Frauen einmal kennenzulernen.