Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Die Frage wird diesseits und jenseits des Atlantiks äußerst unterschiedlich beantwortet. In den USA, wo eine panische Angst vor Bazillen aller Art herrscht, sagen die Gesundheitsbehörden: Es ist kein Problem, heiße Speisen in den Kühlschrank zu stellen. Im Gegenteil – verderbliches Essen, das mehr als zwei Stunden (bei heißem Wetter: mehr als eine Stunde) ungekühlt in der Küche gestanden hat, sollte man wegwerfen, sonst nähmen krankmachende Bakterien überhand.

Auf deutschen Verbraucher-Websites sorgt man sich dagegen mehr um den Kühlschrank und seinen Energieverbrauch als um die Gesundheit seiner Besitzer. Das Gerät muss natürlich mehr arbeiten, wenn ein Topf mit heißer Suppe hineingestellt wird. Sondert das Essen dann auch noch Dampf ab, bildet sich verstärkt Kondenswasser, das in Kühlschränken mit Gefrierfach den Eispanzer nähren kann. Deshalb liest man hierzulande immer wieder: Speisen auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank dürfen!

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 39 vom 24.09.2015.

Die beiden Sichtweisen betonen jeweils einen anderen Aspekt des Problems, müssen aber nicht unvereinbar sein. Ein bisschen gesunder Menschenverstand hilft. Erstens, Essen verdirbt in warmer Umgebung schneller, deshalb wurde der Kühlschrank ja überhaupt erfunden. Zweitens, ein großes Gefäß mit heißem Essen lässt den Kühlschrank stundenlang auf Hochtouren arbeiten. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, die Speisen erst einmal abkühlen zu lassen. Und das geht schneller, wenn man sie auf mehrere kleine Behälter verteilt. Sind sie dann handwarm, können sie getrost in den Kühlschrank – auch wenn sie noch nicht Zimmertemperatur erreicht haben.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de

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