Vor ein paar Jahren wurde das Wort metrosexuell erfunden. Es klang modern, weltläufig und aufregend. Tatsächlich aber war es nur eine tröstliche Umschreibung dafür, dass wir den Mann kleingekriegt hatten. Oder netter formuliert: Der Metrosexuelle legt keinen Wert auf maskuline Rollenbilder. Er putzt, wäscht und kocht, er nimmt Elternzeit und teilt sich mit uns unsere Gesichtscreme.

Die Entwicklung hin vom ganzen Kerl zur halben Frau spiegelt sich auch in den Fernsehserien der vergangenen Jahrzehnte wieder: von Magnum, dem schnauzbärtigen Draufgänger, hin zu Al Bundy, dem Schuhe verkaufenden Trottel, um dann bei den Anwälten von Suits zu enden, die ihre Anzüge tailliert und ihre Gesichtshaut faltenfrei tragen.

Als Frau, die mit einem Vater aufgewachsen ist, der Niveacreme allenfalls zum Einfetten von Türscharnieren benutzte, und mit Serienhelden, deren Vorname Colt war, macht es mich glücklich, dass zumindest ein Mann der 80er in mein Leben zurückkehren wird: MacGyver, der Heimwerker unter den Agenten. Im Prinzip brauchte er nicht mehr als Klebeband, Streichhölzer und ein Schweizer Offiziersmesser, um die Welt zu retten (der metrosexuelle Mann mag am Taschenmesser übrigens am liebsten die Nagelfeile). Die Geschichte von MacGyver soll nun neu aufgelegt werden.

MacGyverism ist zum Inbegriff für Geschick und Improvisationstalent in scheinbar ausweglosen Situationen geworden. Aus einem alten Kühlschrank, ein paar Textilien und einer Propangasflasche baut er einen flugfähigen Heißluftballon, die Flucht von Bösewichten verhindert er, indem er eine Kartoffel in den Auspuff ihres Wagens steckt, und das Leck in einem Schwefelsäuretank wird mit Schokolade gestopft. Da überkommt mich eine Sehnsucht, die sich in Anlehnung an Trude Herr am besten so ausdrücken lässt: "Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann, einen der werkeln und Bösewichte um den Finger wickeln kann."

Und wenn wir schon dabei sind, die Männerhelden meiner Jugend aufleben zu lassen: Ich würde gern noch einmal das wehende Haar des Selfmademillionärs Jonathan Hart bewundern, wenn er in seinem Ferrari Dino 246 GTS durch die Straßen von Los Angeles braust, einmal noch John-Boy Gute Nacht sagen und meinem Vater dabei zuschauen, wie er mit Niveacreme das Türscharnier einreibt.