Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Man kann sie immer wieder in den Lokalteilen der Zeitungen lesen: Schaurige Geschichten von Kindern, die sich auf der Rolltreppe die Füße gequetscht, ganze Zehen verloren oder eingeklemmt haben und mitgeschleift wurden. Googeln Sie einmal nach Bildern mit den Begriffen "Gummistiefel" und "Rolltreppe"! Da finden Sie Fotos von nicht wiederzuerkennendem Schuhwerk, verformt und zerquetscht, das irgendwie in die Ritzen der Fahrtreppe gelangt ist.

Gummistiefel (und auch die modischen Plastiklatschen, die viele Erwachsene im Sommer tragen) sind bei normalen Umgebungstemperaturen recht formstabil. Aber wenn ein Kind nahe am Rand der Rolltreppe steht und der Stiefel an der Metallwand entlangschleift, dann entsteht eine große Reibungshitze. Das eben noch feste Material wird fast flüssig, es kann auch in millimeterbreite Spalten hineingeraten. Die Rolltreppe frisst den Schuh regelrecht in sich hinein. Die Kinder müssen dann oft aus den Schuhen herausgeschnitten werden.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 42 vom 15.10.2015.

Viele Rolltreppen haben am Rand Bürsten, die den Benutzer zumindest warnen, wenn er zu nah am Rand steht – wirklich verhindern können sie die Unfälle aber nicht.

Oft stellen die Betreiber Warnschilder auf, die durchgestrichene Stiefel zeigen. Pflicht ist das aber nicht. Erstaunlich eigentlich, denn die europäische Norm EN 115 schreibt einige Schilder vor: So muss darauf hingewiesen werden, dass man Hunde zu tragen hat und Kinderwagen nicht auf die Treppe dürfen. Die Gummistiefelgefahr jedoch war den Normern kein Warnschild wert.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de.

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