Sie sind die Universalgenies unter den Reifen und bei jedem Wetter einsetzbar. Klingt verlockend und erspart den lästigen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt. Dann muss man auch nicht nochmals prüfen, ob die bei Neuwagen seit November 2014 vorgeschriebene Reifendruckkontrolle nach dem Austausch immer noch einwandfrei funktioniert. Bei Gummimischung und Profilgestaltung der Allround-Reifen müssen die Hersteller natürlich Kompromisse eingehen, das geben sie auch ehrlich zu. Doch Tests von Fachzeitschriften zeigen, dass die meisten "Allseasons" auf Schnee und Eis kaum schlechter als ausgewiesene Winterreifen sind. Auf festgefahrener Schneedecke und aus Tempo 50 ermittelte beispielsweise Auto Bild für Sommerreifen einen Bremsweg von 70 Metern. Der Ganzjahresreifen kam auf 37 Meter, der Winterreifen auf 35 Meter. Auch die Griffigkeit auf Schnee lag beim Allwetterreifen nur zehn Prozent unter der eines Winterpneus, während Sommerreifen hoffnungslos durchdrehten. Neuer Trend aber bei den Lieferanten Pirelli und Michelin: Die Wintertauglichkeit wird zugunsten der besseren Nässeeigenschaften etwas verringert. So oder so: Flachlandtiroler sind mit Ganzjahresreifen in der Regel gut bedient. Bergbewohner und Wintersportler sollten allerdings lieber nichts riskieren und beim klassischen Winterreifen bleiben.