1. Machen Sie sich die Regeln der Schulwahl klar

In Hamburg können Eltern die weiterführende Schule ihrer Kinder frei wählen – unabhängig von den Leistungen der Schüler in der Grundschule. Bei der Wahl suchen sich die Eltern unter den 61 Gymnasien und 57 Stadtteilschulen drei Schulen aus. Hat eine Schule mehr Anmeldungen als Plätze, werden zunächst Kinder bevorzugt, deren Geschwister bereits diese Schule besuchen. Die restlichen Plätze werden überwiegend nach der Entfernung des Elternhauses zur Schule verteilt.

2. Trauen Sie weder Gerüchten noch dem Werbematerial der Schulen

Wer sich unter Eltern umhört, erfährt schnell, welche Schulen angeblich toll sind – und welche angeblich unmöglich. Leider stimmen die Bewertungen in vielen Fällen nicht oder nicht mehr. Das sagen sowohl die Schulinspektoren als auch Bildungsforscher, die regelmäßig die Schüler an den Schulen testen. An machen angeblichen Spitzenschulen lernen Kinder offenbar weniger als an vielen angeblichen Problemschulen. Fast alle Schulen haben inzwischen Homepages und verteilen Flyer – von sehr unterschiedlicher Qualität. Dabei sollte man bedenken: Gute Selbstdarstellung muss nicht mit gutem Unterricht einhergehen, sondern hängt nur davon ab, wie viel Geld und Energie eine Schule in ihre Werbung investiert.

3. Schauen Sie, welche Schulen zu den Interessen Ihres Kindes passen

Auf hamburg.de/anmeldeschulen stellen sich alle Stadtteilschulen und Gymnasien vor: Welche Sprachen werden unterrichtet? Welche Projekte gibt es? Welche Profile werden in der Oberstufe angeboten? Schauen Sie sich an, welche Schulen in der Umgebung zu den Interessen Ihres Kindes passen. Im Regionalen Bildungsatlas unter hamburg.de/bsb/schule können Sie mehr über die Schulen in Ihrer Umgebung erfahren: Wie viele Kinder haben eine Gymnasialempfehlung? Wie viele einen Migrationshintergrund? Wie viele Schulabbrecher und Abiturienten gibt es? Leider sind die Seiten der Schulbehörde eher unübersichtlich. Deutlich besser ist in dieser Hinsicht das von der CDU erstellte Portal hamburger-schuldatenbank.de. Leider sind die Daten dort nicht alle aktuell.

4. Lesen Sie den Bericht der Schulinspektion

Wenn Sie die infrage kommenden Schulen eingegrenzt haben, stellt sich die Frage: Wie gut sind sie? Seit zwei Jahren veröffentlicht die Schulinspektion ihre Berichte unter hamburg.de/inspektionsberichte. Sollte Ihre Wunschschule dort nicht dabei sein, fragen Sie bei der Schulleitung nach – sie muss den Bericht auf Wunsch der Eltern herausgeben.

5. Reden Sie mit dem Schulleiter

Wer wissen möchte, wie eine Schule tickt, sollte die Schulleitung kennenlernen. In Hamburg können Schulen sehr selbstständig agieren, entsprechend einflussreich ist sie. Ihre Art, mit Schülern, Eltern und Kollegen umzugehen, prägt häufig das Miteinander an der Schule. Die Qualität des Unterrichts ist das wichtigste Merkmal für eine gute Schule. Es empfiehlt sich, den Schulleiter zu fragen, was an der Schule zur Verbesserung des Unterrichts getan wird. Holen Lehrer Feedback von Schülern ein? Besuchen sich Kollegen gegenseitig im Unterricht? Fragen Sie auch nach den Kermit-Leistungstests, bei denen die Schüler regelmäßig im Lesen und Rechnen getestet werden. In der Auswertung kann man betrachten, wie viel die Schüler im Vergleich zu Schulen mit ähnlicher Schülerschaft gelernt haben. Wie steht die Schule da? Welche Erklärung hat die Schule für die Ergebnisse? Grundsätzlich gilt: Wer nichts zu verbergen hat, wird mit Informationen offen umgehen.

6. Atmen Sie Schulgeist

Am Ende sollten Sie mit Ihrem Kind die Schulen besuchen. Tage der offenen Tür, Schulkonzerte, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen eigenen sich, um das Schulleben und den Umgang miteinander zu erleben. Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit Lehrern und Schülern zu sprechen. Wie ist es hier auf der Schule? Die wichtigste Frage ist allerdings: Fühlt sich Ihr Kind wohl? Am Ende gilt es nicht, die beste Schule zu finden, sondern die beste Schule für Ihr Kind.