Die Nachricht las sich wie ein Grund zum Feiern. "Lottohelden sorgt für ersten Crowdfunding-Exit in Deutschland", vermeldete die Finanzierungsplattform Seedmatch Ende November. Über die Plattform hatte sich das Lotto-Start-up Anfang 2014 exakt 459.000 Euro Eigenkapital bei 538 Investoren besorgt. Als es nun übernommen wurde, zahlten die Käufer den Schwarm der vielen kleinen Geldgeber aus – mit einer zweistelligen Rendite.

Zum Vergleich: Der Blumenbringdienst Bloomy Days ließ nach zwei Jahren 30 Prozent Rendite rüberwachsen, die Online-Teemanufaktur 5 Cups and some sugar 45 Prozent und die Trading-Plattform Cashboard gar 48,5 Prozent. Doch auch wenn all das nach üppigen Renditen klingt, die der boomenden Schwarmfinanzierung guttun würden: Es ist zu wenig.

Denn Privatanleger riskieren bei der Schwarmfinanzierung, ihren gesamten Einsatz zu verlieren. Auf der Plattform Seedmatch etwa ist bereits etwa jedes achte Vorhaben gescheitert. René Klein von der Existenzgründerplattform FürGründer schätzt, dass sogar rund 60 bis 70 Prozent aller Schwarmfinanzierungen mittelfristig floppen.

Umso gefährlicher ist da, dass jeder Schwarm-Investor im Schnitt nur an 2,5 Firmen beteiligt ist, sein Risiko also kaum streut. Selbst wenn man nur von der 33-prozentigen Ausfallquote ausgeht, die die Förderbank KfW für junge Unternehmen ermittelt hat, sollte man mindestens in sechs Firmen investieren. Wenn davon zwei scheitern und zwei sich so gerade halten, dann müssten die beiden verbleibenden mindestens 100 Prozent Rendite abwerfen, damit man den Einsatz wieder raushat. Das hat noch keine geschafft.