Es sollte die perfekte Verbindung von Umweltschutz und Ökonomie werden: Seit 2005 müssen Energie- und Industrieunternehmen für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid ein Zertifikat kaufen. Die Zertifikate können gehandelt werden – so soll der Markt regeln, wo CO₂ gespart wird.

Das Problem: Zu viele Emissionsrechte waren im Umlauf. 2005 lag der Preis für ein Zertifikat bei 30 Euro, 2013 unter drei Euro. Es wurde günstiger, sich ein Verschmutzungsrecht zu kaufen, als CO₂ zu sparen.

Dadurch war der Emissionshandel auch für Investoren lange Zeit wenig interessant. Jetzt aber steigen die Preise wieder leicht, auf aktuell etwas über acht Euro. Wer auf weitere Steigerung wetten möchte, kann Zertifikate kaufen. Als Privatanleger zwar nicht direkt an den Energiebörsen, die Firma Advantag bietet aber zum Beispiel mit ihrem Klimakonto Emissionsrechte direkt zum Kauf an.

Die Preisentwicklung hängt von politischen Entscheidungen ab. Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer fordert etwa einen Mindestpreis von 20 Euro für die Zertifikate. Ob es dazu kommt, bleibt Spekulation. Immerhin: Wer Emissionsrechte kauft, hilft dem Klima. Denn er verkleinert die Menge des erlaubten CO₂-Ausstoßes.

Die Berliner Initiative The Compensators kauft CO2-Zertifikate – um sie dann zu vernichten