Gut geschützt? Datenleitungen in einem Serverraum in New York (Archiv) © Michael Bocchieri/Getty Images

Die Attacken sind lautlos und hinterlassen keine Blutspur. So auch im Sommer dieses Jahres, als Hacker in das IT-System des Bundestages eindrangen. Mithilfe eines eingeschleusten Trojaners konnten die Cyberdiebe massenhaft Dokumente von den Computern der Abgeordneten erbeuten. Es war ein Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Wer dahintersteckt? Bis heute unklar.

Etwa 15 Attacken auf die Bundesregierung und ihre Behörden gibt es im Durchschnitt – pro Tag. Und laut dem aktuellen Security Report der Telekom verzeichnen knapp 90 Prozent aller deutschen Unternehmen bereits Cyberangriffe, mehr als ein Drittel wird mehrmals die Woche oder sogar täglich angegriffen. Dabei gelingt es Hackern immer wieder, Kundendaten im großen Stil abzugreifen – und dank Fitness-Trackern, digitalen Gesundheitskarten, Smart Homes und vernetzten Fahrzeugen gibt es immer mehr sensible Daten.

Die Folge: Laut Eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft, schätzen 59 Prozent der IT-Experten, dass die Ausgaben der Firmen für Cybersicherheit deutschlandweit steigen werden. International sieht es ähnlich aus – auch weil viele Unternehmen mittlerweile externe Dienstleister anheuern, denn die Expertise im eigenen Haus reicht oft nicht mehr aus.

Wer vom Wettrüsten der Hacker und Cyberwächter profitieren will, kann in börsennotierte Firmen investieren, die auf Cybersicherheit spezialisiert sind – etwa Imperva, Palo Alto Networks, Fortinet, FireEye oder Symantec. Sie helfen unter anderem dabei, ausgeklügelte Cyberattacken abzuwehren.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 51 vom 17.12.2015.

"Der Markt für Cybersecurity wandelt sich äußerst rasch", sagt Frederic Fayolle, Fondsmanager beim Deutschen Asset & Wealth Management (DWS). Hacker sind kreativ; immer wieder entdecken sie neue Schlupflöcher. Wer schnell Lösungen für neuartige Attacken findet, dessen Aktienkurs kann sprunghaft nach oben gehen. Gleichzeitig sind Technologien schnell veraltet. Für Anleger sind deshalb große Gewinne möglich, aber auch große Verluste.

Technologiefonds sind dagegen weniger anfällig für Schwankungen, weil sie Wertpapiere mehrerer Firmen halten. Seit Kurzem gibt es nun einen ersten börsengehandelten Fonds, der auf Cybersicherheit setzt: der ETF Cyber Security der Fondsgesellschaft PureFunds mit dem eingängigen Börsenkürzel HACK. Der ETF hat für Aufsehen gesorgt, weil er binnen weniger Monate eine Milliarde US-Dollar einsammeln konnte. Der Diebstahl von 83 Millionen Datensätzen bei der US-Bank JPMorgan Chase dürfte daran einen Anteil gehabt haben. Schuld sind eben immer die Hacker.