Sie bieten Dolmetscherservices für Gehörlose, erstellen Landkarten für Rollstuhlfahrer oder vermitteln Nachfolger für Bauernhöfe: Sozialunternehmer sind Menschen, die Gutes tun und dabei Geld verdienen wollen. Diese Idee findet immer mehr Anhänger: Eine Studie im Auftrag der Förderbank KfW geht davon aus, dass die Zahl der stark marktorientierten Sozialunternehmen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren von einigen Hundert auf über tausend gestiegen ist. Gezielt in solche Firmen zu investieren, nennt man Mission Investing – das Geld hat die Mission, Gutes zu bewirken. Denn: Auch soziale Gründer brauchen Kapital.

Früher waren es vor allem Stiftungen, die ihnen mit Startkapital auf die Beine halfen. Längst haben aber auch vermögende Privatleute und Ethikbanken wie GLS und Triodos das Geschäft mit den guten Firmen entdeckt, und sie stellen fest: Kleinanleger wollen ebenfalls wirkungsvoll ihr Geld anlegen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Erstens über Crowdfundingplattformen wie Bettervest oder Oneplanetcrowd, die jedoch oft nur sehr kleine Einsätze um 500 Euro ermöglichen. Größere Summen kann man in Sparbriefe oder festverzinsliche Anleihen investieren, wie sie die GLS Bank anbietet. Am interessantesten sind Fonds, bei denen Vermittler das Geld vieler Investoren einsammeln und sie an viele Sozialunternehmen weiterreichen. Das streut das Risiko.

Und die Rendite? "Die meisten Sozialunternehmen sagen, zwischen zwei und vier Prozent Rendite jährlich bekommen wir hin", sagt Georg Mildenberger, Forschungsleiter beim Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Uni Heidelberg. Statistiken der Investmentgesellschaft JP Morgan kommen zu dem Ergebnis, dass 78 Prozent der Sozialunternehmen sich finanziell gesehen nach Plan entwickeln, 14 Prozent sogar besser als gedacht. Nur 9 Prozent erreichen ihre Ziele nicht.

Für viele Anleger ist aber ohnehin wichtiger, sich mit den Unternehmen zu identifizieren. Johannes Weber, der den Sozialunternehmerfonds Social Venture Fund initiiert hat, drückt es so aus: "Das Schöne ist, dass diese Form der Geldanlage nicht auf der Vermeidungsstrategie beruht. Man schließt also nicht unökologische, klimaschädliche oder unsoziale Unternehmen aus, sondern führt aktiv ein gutes Investment herbei. Dadurch ist es viel emotionaler."