Falls jemand bezweifelt, dass der Kapitalismus als überlegene Wirtschaftsform jeden noch so bösen Bösewicht bezwingt – der Beweis ist nun erbracht. Unübersehbar ist zum Kinostart des neuen Star Wars-Films der Niedergang von Darth Vader. Das ist der galaktische Schurke mit der schwarzen Maske und dem schweren Atem, der mal die freie Welt zerstören wollte, dank extensiven Merchandisings aber erfolgreich zur Witzfigur herabvermarktet wurde.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 51 vom 17.12.2015.

Im Kinderkanal gibt Darth Vader privat regelmäßig den bei Mama wohnenden Volltrottel. Der dunkle Lord ist als Christbaumkugel und Butterbrotdose erhältlich. Er ziert Energydrinks, Bonbontüten, Marshmallow-Bottiche und sonstigen Süßkram. Der Kerl, der mal einen Todesstern bauen wollte, macht nun Kohle mit Zuckerzeug. Geld befriedet.

Obwohl das Böse ja sehr verschlagen sein kann. Überhöhter Zuckerkonsum ist bekanntlich eine der großen Plagen der Menschheit. Vielleicht setzt sich Darth Vader auf diese tückische Weise doch noch durch. Dann müssten wir die Sache mit dem Kapitalismus überdenken. Möge die Macht mit uns sein.